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Ende der 1880er
Jahre entstand eine neue Kunstrichtung, die in
Deutschland als "Jugendstil" und in Frankreich
als "Art Nouveau" bezeichnet wird. Die
Bezeichnung "Jugendstil" ist vom Titel der
1896 in München gegründeten
Kunstzeitschrift "Die Jugend" abgeleitet und
benennt einen Stil, der romantische Anklänge
aufweist, sich gegen den Historismus als
Stilnachahmung wandte und um 1900 seine
Blüte erlebte. |
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Die Zeitschrift wurde im
Januar 1896 von dem Münchener Verleger
Georg Hirth gegründet. Sie bezeichnete sich
selbst als "Wochenzeitschrift für Kunst und
Leben" und beobachtete die Modeströmungen und
Entwicklungen in der Kunst der Jahrhundertwende
vor allem in Deutschland, informierte aber auch
über die grafischen Neuerungen des Auslandes.
Fast jeder Münchener Jugendstilkünstler von Rang
hat sporadisch oder regelmässig Beiträge für die
"Jugend"
geliefert. | |
Obwohl
sie mit der Entstehung und der Entwicklung des
Jugendstils recht wenig zu tun hatte, bleibt sie
doch durch die Tatsache, dass die deutsche "Art
Nouveau", der Jugendstil, nach ihr benannt
wurde, untrennbar mit ihm verbunden. Berühmt
geworden sind ihre Vignetten von
Otto Eckmann (1865-1902) und die farbigen
Blätter von Hans Christiansen (1866-1945),
welche dem in der ersten Nummer der "Jugend"
veröffentlichten Motto folgten: "Alles, was an
Althergebrachtes anlehnt, wird ausgeschlossen."
Die Neuheit und Kühnheit ihrer Illustration und
ihres ornamentalen Schmuckes hatten sicherlich
einen ganz wesentlichen Einfluss auf die
Druckgrafik und Buchkunst im Deutschland der
Jahrhundertwende.
Merkmale des Jugendstil:
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| Der
Jugendstil ist durch barocke Fülle vor allem
dekorativer Natur und durch die Überfülle
pflanzlicher Motive und sich schlängelnder
Linien gekennzeichnet. |
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Waren in der ersten Zeit
bis um 1900 geschwungene, der Natur
entlehnte und abstrahierte Linien das typische
Merkmal des Jugendstils, überwogen später
geometrische Ornamente. |
Das
Ornament steht im Vordergrund, überwuchert den
Inhalt, der sich dem Ornament unterwirft. Es
gibt im ganzen nur wenige Motive:
Charakteristisch sind die Linie, die
Schlangenlinie, alles Fliessende, Pflanzen,
bewegtes Wasser, Schwan, Haare, die starr,
leblos, steril zu einem abstrakten Ornament
werden.
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In Deutschland
war München die Kernzelle des Jugendstils. Man
findet Anfänge bei den Arbeiten der Künstler,
die zum Umkreis der in München erscheinenden
Zeitschrift "Jugend" gehörten. Ein weiteres
wichtiges Zentrum des deutschen Jugendstils war
Darmstadt, wo Anfang des 20. Jahrhunderts
auf der Mathildenhöhe die berühmte
Künstlerkolonie entstand. In Deutschland
überwog schon früh die praktische Einsicht, dass
man auf Dauer nur erfolgreich sein könne, wenn
es gelänge, Produkte mit einem anspruchsvollen
Niveau zu entwerfen und herzustellen. Die
Künstler führten und propagierten ein von der
Kunst durchdrungenes Leben, in dem alles, was
sie umgibt, künstlerisch in Einklang gebracht
werden sollte. Deshalb richteten sie ihr
Augenmerk vorrangig auf die angewandte Kunst,
die Dinge des täglichen Lebens, die nutzbar
gemacht werden und doch Kunst sein
sollten. So förderte auch die Industrie den
Jugendstil und seine Künstler, wie z.B. die
Württembergische Metallwarenfabrik, die in jener
Zeit zu den Förderern der Einbeziehung von Kunst
in die Industrie gehörte. Sie stellte im
Jahre 1907 ihre Produktion auf florale
Jugenstil-Formen um. Die Entwürfe stammten von
den bekanntesten deutschen Künstlern. Viele
Künstler und Handwerker schlossen sich in
Gruppen zusammen und begannen, auf der Grundlage
rein handwerklicher Traditionen und ihrem
Qualitätsniveau, Produkte des Wohnens und des
Gebrauchens neu zu entwerfen. Es entstanden
völlig neue, unkonventionelle und extravagante
Formen aus edlen Materialien.
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Beispiele des
Jugendstil:
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Hausfassade
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Haustür-Portal
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Mosaikarbeiten
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Mosaikarbeiten
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Metro-Station
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Briefmarken
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Werbung
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Inneneinrichtung
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Schmuck
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Medaillion
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Schrank1
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Schrank
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Couch
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Lampe
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Vase
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Die Preise
allerdings waren so hoch, dass sie nur von der
Oberschicht aufgebracht werden konnten. Die
entstandenen Werkstätten (z.B. Vereinigte
Werkstätten für Kunst im Handwerk in München,
Dresdner Werkstätten, Worpsweder Werkstätten
usw.) und ihre Künstler, wie
Richard Riemerschmidt,
Joseph Hoffmann, Joseph Maria Olbrich,
Peter Behrens und viele andere bereicherten
mit ihrer Arbeit jedoch indirekt und später auch
direkt den Formenfundus der Industrie auf einem
sehr hohen handwerklichen wie künstlerischen
Niveau. Sie repräsentierten die Ideen des
Jugenstils und waren die handwerklichen
Vorbilder, nutzten jedoch gleichzeitig die
Möglichkeiten, die ihnen von der Industrie
geboten wurden. Für das Volk war die Kunst zu
teuer. Im Kunsthandwerk entstanden maschinelle
Kopien, die die massenhafte Produktion
ermöglichten. Verarbeitet wurden weniger teure
Hölzer, oft lackiert oder gestrichen. Zur
Dekoration wurden preiswertere Metalle in Form
von Bändern, Ranken oder Spiralen verwendet. Der
von einigen hervorragenden Künstlern originell
und meisterhaft vorgetragene Jugendstil
erschöpfte sich schliesslich in masslosen
Übertreibungen und verklang wie eine
Modeerscheinung. Das historische Verdienst aber
bleibt, den Weg für neue Formen und wesentliche
Grundlagen der Moderne geschaffen zu haben.
 

Through life the simple pleasures That
truly make us shine The music that is
playing That cup of tea divine
Moments
that we treasure In life that make us
glow Spending quiet moments Where tender
memories flow
Beauty in reflections In
colors that I see Shining through a pretty
lamp That seems to comfort
me
Pleasures so revealing Within this
moment feeling Love is of the essence With
gentleness a presence.
 
Meister des amerikanischen
Jugendstils - Tiffany -
Tiffany -
dieser Name steht für faszinierende
Farbglasfenster, Lampen und
Hohlgläser.
Louis Comfort Tiffany
(1848-1933) entstammt einer berühmten New Yorker
Familie, deren Name sich bis heute mit der
Herstellung hochwertiger Schmuckwaren verbindet
und bereits zum Inbegriff für Luxus und
Lebensstil geworden ist.
Mit keinem
anderen Künstler verbindet sich der Begriff des
amerikanischen Jugendstils so sehr wie mit Louis
C. Tiffany. Neben Emile Gallé und den
Gebrüdern Daum gehört er zu den Schöpfern der
modernen Glaskunst.
Louis C. Tiffany
begann seine künstlerische Laufbahn allerdings
als Maler, wandte sich aber schon bald der
Inneneinrichtung zu. Begeistert vom aufkommenden
Jugendstil, fand er an der Glasmalerei grosses
Interesse. Aus handgefertigten Farbgläsern
stellte er faszinierende Objekte her, die
gleichermassen Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand
waren.
1885 gründete er eine eigene
Manufaktur, deren Gläser auch bald in Europa
höchste Anerkennung fanden. Er arbeitete
intensiv an der Weiterentwicklung der
Glasbearbeitungstechnik.
Mit der
Gründung mehrerer Werkstätten hatte Tiffany
gegenüber seinem Vater, dem Besitzer des Schmuck
und Juwelenhauses Tiffany & Co., Charles
Lewis Tiffany, einen eigenen künstlerischen Weg
eingeschlagen. Als sein Vater 1902 starb,
übernahm Tiffany die Rolle eines künstlerischen
Direktors der Firma.
Auf den
Weltausstellungen von Paris im Jahr 1889 und
1900, 1893 in Chicago und 1904 in St. Louis,
konnte sich Tiffany ausserdem künstlerisch wie
geschäftlich erfolgreich behaupten.
Tiffany gründete 1918 eine Stiftung für
junge Künstler und zog sich mehr und mehr auf
seinen Landsitz Laurelton Hall auf Long Island
zurück. Er starb 1933 im Alter von 85 Jahren
in New York.
Louis C. Tiffany stellte aber
nicht nur Lampen, Glasarbeiten und
Farbglasfenster her. Sein künstlerisches
Schaffen umfasst ebenso Gemälde, Entwürfe,
Emailgefässe, Keramik, Schmuck und
Silberarbeiten.
Seine Werke befinden
sich in den grössten Museen Europas, Japans und
der USA. Besonders seine Farbglasfenster und
Lampen sind sehr begehrt und nach wie vor "en
vogue".
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TIFFANY von Louis Comfort
Tiffany Klicke auf das Bild, um es grösser zu
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Tiffanylampe
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Fensterbild
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Wie vielseitig Louis Comfort Tiffany
darüber hinaus gewesen ist, macht auch das
Katalogbuch Louis C. Tiffany - Meisterwerke des
amerikanischen Jugendstils deutlich. Rüdiger
Joppien hat es für die Ausstellung des Hamburger
Museums für Kunst und Gewerbe zusammengestellt.
Anlässlich des 150. Geburtstages des Künstlers
werden neben Glaskunst u.a. auch Keramik,
Silberarbeiten sowie Möbel präsentiert, damit
wird in einer bislang einzigartigen Vielfalt --
zum ersten Mal in Europa -- das Gesamtschaffen
des berühmten amerikanischen Jugendstilkünstlers
vorgestellt.
"Nature is always
beautiful" lautet der Leitspruch von
Louis C. Tiffany,
der seine Karriere als
Landschaftsmaler begann, sich in den späten
siebziger Jahren jedoch dem Kunsthandwerk und
der Glasherstellung zuwendete und auch als
Ausstatter von Innenräumen reüssierte. Das
Katalogbuch von Joppien gibt Einblick in diese
weniger bekannte Seite des Künstlers und zeigt
seltene Aufnahmen von original erhaltenen
Innenräumen.
Die Gallionsfigur des
amerikanischen Jugendstils war stets auf der
Suche nach Schönheit. Mit seinem besonderen
Gespür für Licht und Farbe liess er sich von
natürlichen Formen inspirieren und schuf so den
für ihn typischen Stil.
Bereits die
Zwiebelblütenvase, entstanden um 1899/1900, die
die Titelseite ziert, zeugt mit ihrer
straff-verspielten Natürlichkeit von dem
faszinierenden Inhalt, der den Leser in diesem
Band erwartet. Da öffnen sich dem Betrachter
zart-gläserne Blütenkelche, da funkeln Colliers
um die Wette und breiten sich florale
Deckenfenster in ihrer ganzen verschwenderischen
Schönheit aus. Eine Ergänzung erfahren diese
exzellenten Farbabbildungen durch Essays der
bekanntesten Tiffany-Spezialisten aus Amerika.
Eine reich bebilderte Biographie und eine
ausführliche Bibliographie runden diesen
hervorragend gelungenen Band ab, mit dem der
DuMont Buchverlag einmal mehr bewiesen hat, dass
sein Name für höchste Qualität
steht.
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Bücher
über Louis Comfort Tiffany Klicke auf das Bild, um es grösser zu
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