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- " Kommt, wir gehen zur Grossmutter in den Garten! " -

Die meisten von uns liessen sich das nicht zweimal sagen.
Grossmutters
Garten, das bedeutete Platz zum Spielen und Verstecken,
dicke Blumensträusse pflücken,jede Menge Beeren zu Naschen und
anderes Obst hing an den Bäumen und dann -
vor allem immer dieser herrliche Duft aus der Küche,
der verriet, dass Oma wieder einmal einen
leckeren Obstkuchen gebacken hatte.
Viel Sahne gab es dazu, einfach himmlisch!
Da lachte das Kinderherz und Oma freute sich über die Enkelkinder.
Ob Sonne oder Regen, der Tisch wurde in der Laube oder im Pavillion gedeckt.
Dort musizierte man, spielte Karten,
Memory, legte Passiancen und tauschte die Gedanken miteinander aus.
-
Später traf man sich dort zum ersten Rendevouz - Erinnerungen werden wach, oder ? -
Ja, ja - die gute alte Zeit kann nicht zurück geholt werden - doch die Pflanzen
und die Atmosphäre schon!
Wild, natürlich, aber gerade deswegen so romantisch und von uns geliebt.
Da sind die unten Sommerblumenbeete und die Staudengärten.
Wie oft wurden aus Gänseblümchem zierliche Kränze geflochten
oder Blumensträusse für diverse Feiern arrangiert .



Zu jeder Jahreszeit gab es Blühendes hinterm Zaun oder
am schmiedeeisenenen Rosenbogen zu finden und zu entdecken.
Im Winter erfreute man sich lange an den duftenden Blumenpotpouris,
den Lavendelsträusschen, die an der Garderobe hingen
oder an den duftenden Kräutersäckchen in der Wäsche oder gar unter dem Kopfkissen.
Selbst gezogenen Sommerblumen waren envogue -
Samen waren erschwinglich oder konnten mit dem Nachbar sogar ausgetauscht werden.
Ein buntes Blumenmeer beherschte grösstenteils den Garten.
Die gut bestückten Samenkataloge in jener Zeit waren
für den begeisterten Ansturm bestens bestückt.
Erinnerst Du Dich an die rotblätterige Iresine,
die als einjährige Beeteeinfassung jedes Jahr herhalten musste? -



Hellgrüne Sommerzypressen und die vielen grossen Stockrosen,
die in gelb, orange und dunkelrot
grösser waren als Du selbst? -
Moschus - und Bechermalven in Pink und Weiss, die den ganzen Sommer
über blüten
und dann die Leberblümchen, der Phlox in seiner ganzen Pracht und die Studentenblumen,
die noch im kalten Frühling auf der Fensterbank in der Küche angezogen
wurden , um nach Ostern in die Frühbeete gesetzt werden zu können, damit sie im Sommer
in orange und gelb mit vielen Blütenbällen aufwarten konnten.
Lange Zeit vergessen und jetzt sind sie alle wieder envogue!-



Innerhalb der Beete herrschte ein buntes Durcheinander.
Geschnittene Hecken aus immergrünem Buchs, Eiben, Liguster oder Hainbuche sowie
duftender Lavendel, Heiligenkraut gaben den ordenen Rahmen und bildeten einen
Abschluss zum kurzgeschnittenen Rasen.



Arbeitsintensiv war der Garten unserer Grosseltern,
aber die Früchte an den Bäumen und Sträuchern wurden immer wieder zu liebevollem Eingemachten
verarbeitet und fanden bei jedem grossen Anklang.
Die Vorratsregale quollen über - aber ein passendes Mitbringsel war schnell gefunden.
Klaus liebte die Kirschmarmelade und Peter sein Pflaumenmus.
Sophie war entzückt vom Johannisbeergelee und Hildchen schwor auf Omas Rhabarberkompott.

Heute soll das Gärtnern vor allem Spass bringen und so wenig wie möglich Arbeit machen -
das schreibt uns leider unsere gestresste
Zeit vor.
Das gute Gefühl, in der Natur zu sein und mit ihr die Jahreszeiten zu verbringen
ist uns aber gerade jetzt wichtiger denn je geworden.
Die gute Zeit zurückzuholen schaffen wir nicht, aber um sie im Herzen ein klein
wenig wieder aufleben zu lassen - das schafft schon ein Fingerschleck aus der
ersten wieder selbstgemachten Marmelade mit den Früchten aus dem eigenen Garten!



Der Bauerngarten
Die Geschichte der Bauerngartenkultur reicht viele Jahrhunderte zurück.
Im Laufe dieser Entwicklung entstand ein umfangreiches Gärtnerwissen,
das über Generationen hinweg gepflegt und tradiert wurde. Wer sich heute entschliesst,
einen Bauerngarten anzulegen, trägt dazu bei, dieses Wissen zu erhalten.
Er schafft einen bunten Lebensraum für Pflanzen und Tiere, von dem er selbst profitiert.




Denn ein Bauerngarten liefert - vom Tee bis zur Tomate - eine vielfältige und gesunde
Ernte, die ohne chemische Keule auskommt. Vor allem alte Pflanzensorten,
die beinahe schon in Vergessenheit geraten sind, geben dem Bauerngarten eine natürliche
Widerstandskraft. Traditionelle Gestaltungsmerkmale wie Wegkreuz, Buchshecke
und Staketenzaun machen den Bauerngarten zum Symbol einer fast vergessenen Welt.



Bäuerliche Gärten haben über lange Zeit hinweg das Gesicht unserer Dörfer bestimmt.
Neben ihren klassischen Formen mit Kreuzform und Rondell, die Klostergärten nachempfunden waren,
welche ihrerseits französische Gartenanlagen (Versailles) als Vorbild haben,
war es vor allem der grosse, seit Jahrhunderten gebräuchliche Artenreichtum, der diese Gärten
hervorhob. Das Rondell ist als Blickfang mit Rosen, Madonnenlilien oder Pfingstrosen bepflanzt.
Die Wegränder sind mit Buchshecken eingefasst bzw. befestigt. Die Gärten sind eingeteilt
in Gemüse-, Gewürz- und Blumengarten. Die meisten Pflanzen wurden - abgesehen von ihrem
dekorativen Wert - auch als Heil- oder Nahrungspflanzen genutzt, zum Beispiel die Malven als Tee oder
Malva nigra als Farbstoff für Rotwein; Holunder und Kornelkirsche als Konfitüre, die Ringelblume für Wundsalben.



Beispiel eines Bauerngarten mit den typischen Gestaltungsmerkmalen Bauerngärten
hatten meist eine rechteckige Grundform und waren durch ein Wegekreuz gegliedert.
An der Nordseite des Bauerngartens platzierte man Sträucher oder kleinkronige Obstbäume.
Mittelpunkt war ein Rundbeet oder Brunnen. Das Wegekreuz teilte in die Bereiche Gemüse,-
Würz- und Baumgarten, und war mit immergrünen Laubgehölzen eingegrenzt.



Im 20. Jahrhundert wurden die alten Bauerngärten vielerorts von der Gartenarchitektur
verdrängt. Heute werden jedoch solche Anlagen oftmals restauriert, wobei die alten
Gestaltungsmerkmale aufgegriffen werden. Ein traditioneller Bauerngarten ist zwar nicht
schwer anzulegen, aber er erfordert erhebliche Pflege, und die meisten seiner typischen
Pflanzen sind im Herbst und Winter weniger interessant. Viele Grundideen lassen sich
jedoch auch heute gut für den Garten verwenden.



Allerdings wird der Pflanzenanbau auf die heutige Ernährungsweise abgestimmt.
Legt man einen alten Grundriss zugrunde, so wird man auf jeden Fall zwei der grösseren
Gartenflächen für den Gemüseanbau reservieren. In den anderen Bereichen werden
Küchenkräuter und Blumen sowie Beeren- und Baumobst angepflanzt.
Mit Ziegeln oder Kopfstein gepflasterte oder kiesbestreute Wege sind sowohl
optisch reizvoll als auch praktisch und passen in das Gesamtbild.


Bauerngarten-Blumen
Das ist die bunte Pflanzenvielfalt unserer Erinnerung:
ein artenreicher, seit alters überlieferter Pflanzenkreis mit pflegeleichten
und widerstandsfähigen Gewächsen aus aller Welt. Sie sind nicht überzüchtet und
werden von Insekten gut angenommen. Den eigenen Reiz erhält ein Bauerngarten,
wenn die Stauden und Rosen mit weitem Abstand gepflanzt werden und dazwischen
kurzlebige Blumen ausgesät werden. Die bewährten altmodischen Sommerblumen können
den ganzen Garten verzaubern und sogar den Gemüsegarten zu einem Schmuckstück machen.
Hier einige Beispiele:

Akelei - Aquilegia vulgaris var. - alte Kultursorten in blau, rot, weiss, z.T. gefüllt
Brennende Liebe - Lychnis chalcedonia -gelangte aus schon vor mehreren Jhdt. zu uns
Garten-Fuchsschwanz - Amaranthus caudatus -kam im 15. Jhdt. aus Südamerika zu uns
Dunkle Königskerze - Verbascum nigrum - sehr gute Insektenweide für Pollen
Kornblume, wilde Kornnelke - Centaurea cyanus - eine der bekanntesten Getreidebegleitpflanzen
Kornrade - Agrostemma githago - als Getreideunkraut
Kosmea, Schmuckkörbchen - Cosmos bipinnatus var.- anmutige und dankbare Garten- und Schnittblume
Purpur-Leinkraut - Linaria purpurea - Heimat: Italien; verlangt einen sonnigen, warmen Standort
Wilde Mauretanische Blutmalve - Malva sylv. var. mauritiana - seit 8. Jhdt. v. Chr. als Gemüse und Heilmittel geschätzt
Mutterkraut, gefüllt oder ungefüllt - Chrysanthemum parthenium wurde schon zur Karolingerzeit in den Gärten gepflegt
Nachtviole - Hesperis matronalis - Charakterpflanze alter Bauerngärten; verwildert gerne
Spornblume, Roter Baldrian Centranthus ruber - für besonnte, warme Böschungen und Trockenmauern
Telekie, Ochsenauge, Sonnenstern - Telekia speciosa grosse Solitärstaude; verwildert in feuchten Staudenfluren
Waldgeissbart - Aruncus sylvestris (dioicus) - zieht während der Blüte viele Insekten an
Akeleiblättrige Wiesenraute - Thalictrum aquilegifolium - braucht feuchten, kalkfreien Boden
Kreuzblättrige Springwolfsmilch - Euphorbia lathyris - Samen sind für Wühlmäuse giftig

Eine kleine Auswahl an Büchern zum Thema Bauerngärten findest Du hier:
Alle Bilder kannst Du durch anklicken auch grösser sehen.



Bauernregeln
Bauernregeln für den Januar
Januar weiss und rau, nützt nicht nur dem Gartenbau
Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr
Wenn die Sonne auf Neujahr hell aufgeht, so gibt’s ein gutes Jahr
Ist bis Dreikönig (6.) kein Winter, folgt keiner mehr dahinter
Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s viel Wein das ganze Jahr
Viel Regen, wenig Schnee, tut Äckern und Bäumen weh
Januarsonne hat weder Kraft noch Wonne
Werden die Tage länger, wird der Winter strenger
Eine dichte Decke Schnee tut keinem Garten weh, sie ist das Betttuch unsrer Erd’ und allen Gärtnern wünschenswert.
Januar warm, das Gott erbarm!
Ist’s am St. Paulitag (15.) gelinde, bringt uns der Lenz raue Winde.
Ist an Sankt Anton (17.) die Luft ganz klar, rechne mit `nem trocknen Jahr.
Wenn Agnes (21.) und Vincentis (22.) kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen.
Watet St. Vinzenz (22.) im Schnee, gibt’s viel Heu und Klee.
Soviel Tropfen im Januar, soviel Schnee im Mai.
Pauli Bekehr (25.), der halbe Winter hin, der halbe her.
Januar muss krachen, soll der Frühling lachen.
Bringt Martina (30.) Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein.
Bleibt der Winter fern, nachwintert’s gern

Bauernregeln für den Februar
Nasser Februar - nass das ganze Jahr
Sonnt sich die Katz im Februar, friert sie im März trotz Pelz und Haar
Der Februar muss stürmen und blasen, soll das Vieh im Lenze grasen
Wenn's um Lichtmess (2.) stürmt und schneit, ist's zum Frühling nicht mehr weit
Scheint an Lichtmess die Sonne heiss, so kommt noch viel Schnee und Eis
Der heilige Blasius (3.) stösst dem Winter die Hörner ab
Am Agathentag (5.) rieselt das Wasser den Berg hinab
St. Dorothee (6.) bringt meistens Schnee
Ist's an Apollonia (9.) feucht, der Winter meist sehr spät entweicht
Ist recht nass der Februar, fruchtbar wird das ganze Jahr
Ist's am Valentin (14.) noch weiss, blüht zu Ostern schon der Reis
Milder Februar, elend das ganze Jahr
Friert's an Simon (18.) ganz plötzlich, bleibt der Frost nicht lang ergötzlich
Wenn im Februar die Mücken geigen, müssen sie im Märze schweigen
Die Nacht vor Petri Stuhlfeier (22.) zeigt an, was wir 40 Tag für Wetter han
Petri Stuhlfeier kalt, die Kälte noch länger anhalt
Der Hornung macht den Dreck und der März holt ihn weg
St. Mattheis (24.) wirft einen heissen Stein ins Eis
Matthis (24.) hab ich lieb, gibt dem Baum den Trieb
Wenn an Fastnacht die Sonne scheint, soll's Korn gut geraten
Darauf kannst du zählen zu jeder Zeit, dass es am 30. Februar nicht schneit

Bauernregeln für den März
Der März soll kommen wie ein Wolf , aber gehen wie ein Lamm
Regnet's an Sankt Albinus (1.), macht's Gärtnern und Bauern viel Verdruss.
Kunigund (3.) macht warm von unt'
Ist Kunigunde tränenschwer, dann bleibt oft die Scheune leer
Fürchte nicht den Schnee im März, darunter schlägt ein warmes Herz
Wie der März, so ist der ganze Sommer
Soviel im Märzen Nebel steigen, soviel im Sommer sich Wetter zeigen
Regnet es am Tage der Vierzig Märtyrer (10.), regnet es vierzig Tage
Wenn's am Märtyrertag recht viel Frost gibt, so bleibt er noch vierzig Tage
Des guten Sommers Vorbot' sind Märzenstaub und Märzenwind
Sankt Gregor (12.) und das Kreuze (14.9.) machen den Tag so lang gleich als die Nacht
Einem freundlichem März folgt ein freundlicher April
Im März schau nach der Witterung, dann gibt es kaum Verbitterung
Ist Gertrud (17.) sonnig, wird's dem Gärtner wonnig
Gertraude (17.) nützt dem Gärtner fein, wenn sie sich zeigt im Sonnenschein
Ist's am Joseftag (19.) schön, kann's nur gut weitergehn
Ist es an Josephus klar, wird es ein gesegnet Jahr
Wie das Wetter zu Frühlingsanfang (20.), ist es den ganzen Sommer lang
Taut's im März nach Sommerart, bekommt der Lenz einen weissen Bart
Der schönste Monat für das Herz ist und bleibt der Monat März
Ist's an Marien (25.) schön und rein, wird das Jahr sehr fruchtbar sein
Schöner Verkündigungsmorgen (25.) befreit den Landmann von vielen Sorgen
Ist an St. Rupert (27.) der Himmel rein, so wird er's auch im Juni sein
Wenn im März die Kraniche ziehn, werden bald die Bäume blühn



Bauernregeln für den April
Ist der erste Aprilsonntag nass, alle Sonntage bis Pfingsten findet sich das.
Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium
Aprilregen, grosser Segen
Ist Ambrosius(4.) schön und rein, dann wird Florian (4.5.) umso wilder sein
Nasser April - trockener Juni
Wenn der April Spektakel macht, dann gibt es Heu und Korn in voller Pracht
Palmsonntag hell und klar, deutet an ein reiches Jahr
Wenn der Kuckuck am 9.April noch nicht gerufen hat, ist er erfroren
An Ezechiel (10.) geht der Wein nicht fehl
Wenn's dem Herrn ins Grab regnet, so gibt's einen trockenen Sommer
Tiburtius (14.) kommt mit Sang und Schall, er bringt den Kuckuck und die Nachtigall
Regen am heiligen Ostertage bringt alle Sonntage einen Regen bis Pfingsten
Bringt der April noch Schnee und Frost, gibt's wenig Heu und sauren Most
Überall wächst sehr viel Gras, wenn der April ist kalt und nass
Kommen die Bienen nicht heraus, ist's mit dem schönen Wetter aus
Gewitter vom Georgiustag (23.), folgt gewiss noch Kälte nach
Vor Georgi trocken, nach Georgi nass
Wenn es friert auf Sankt Fidel( 24.), so friert es noch fünfzehnmal
Solange es vor Sankt Markustag warm ist, solange ist es nachher kalt
Ein nasser April verspricht der Früchte viel
Gefriert's auf Sankt Vital (28.), gefriert's noch 15mal
Wenn der April wie ein Löwe kommt, so geht er wie ein Lamm
Regen auf Walpurgisnacht (30.) hat nie ein gutes Jahr gebracht

Bauernregeln für den Mai
Regnet's am ersten Maientag, viel Früchte man erwarten mag
Auf Philippi und Jakobi(3.) Regen,folget sicherer Erntesegen
Der Florian(4.), der Florian, oft noch 'nen Schneehut setzen kann
Wenn im Mai die Bienen schwärmen, sollte man vor Freude lärmen
Mai warm und trocken, macht alles Wachstum stocken
Der heilige Mamerz(11.) hat von Eis ein Herz
Mamertus(11.), Pankratius(12.), Servatius(13.) bringen oft Kälte und Verdruss
Die drei 'Azius' (s.o.) sind strenge Herrn, sie ärgern den Gärtner und Winzer gern
Vor Servati (13.) kein Sommer, nach Servati kein Frost
Sophia (15.) man die Kalte nennt, weil sie gern kaltes Wetter bringt
Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bis dass Sophie vorüber ist.
Ein rechter Mai fürwahr, das ist der Schlüssel zum ganzen Jahr
Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen
Ist der Mai recht heiss und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken;
ist er aber feucht und kühl, dann gibt's Frucht und Futter viel
Fliegen die Schwalben in den Höh'n, kommt ein Wetter, das ist schön
Je wärmer der Mai, desto nässer und kälter der Juni
Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so auch der ganze Herbst sein mag
Wie sich's an St. Urban verhält, so ist's noch zwanzig Tag' bestellt
Donnert's im Mai, gibt es allemal ein fruchtbar Jahr
Auf Petronellentag (31.) Regen wird sich der Hafer legen

Bauernregeln für den Juni
Stellt der Juni mild sich ein, wird mild auch der Dezember sein
Nasse Pfingsten - fette Weihnachten. Helle Pfingsten - dürre Weihnachten.
Bringt der Juni trockne Glut, dann gerät der Wein uns gut.
Wenn die Nacht zu langen beginnt, dann die Hitze am meisten zunimmt.
Regnet's am Margaretentage (10.), dauert der Regen 40 Tage.
Regnet's an Sankt Barnabas (11.), schwimmen Trauben bis ins Fass.
Wenn Sankt Anton (13.) die Sonne lacht, Sankt Peter (29.6.) meist viel Wasser macht.
Fällt auf die Fronleichnamsprozession Regen, regnet's 40 Tage lang.
Wenn es an Sankt Veitstag (15.) regnet, so soll das ganze Jahr fruchtbar sein.
Geben Johanniswürmchen ungewöhnlich viel Licht, so ist schönes Wetter in Sicht.
Auf den Juni kommt es an, wie die Ernte soll bestah'n.
Soll Feld und Garten wohl gedeihn, dann braucht's im Juni Sonnenschein.
Um den Johannistag (24.) herum kann man die ersten Beeren ernten, daher der Name Johannisbeeren.
Regnet's am Johannistag, so regnet es noch 14 Tag.
Junisonne und Juniregen bringen dem ganzen Jahr viel Segen.
Das Wetter am Siebenschläfertag (27.) sieben Wochen bleiben mag.
Was im September soll geraten, das muss bereits im Juni braten.
Regnet's am Tag von Peter und Paul (29.), steht es mit dem Wetter faul.
Es drohen 30 Regentage, da nützet nun mal keine Klage.
Lebensweisheit für den Monat Juni:
"Wer dankbar jeden Sonnenstrahl geniesst, wird auch mit dem Schatten zu leben wissen."



Bauernregeln für den Juli
Nur in der Juliglut wird Obst und Wein dir gut
Mariä Heimsuchung(2.) mit Regen tut 40 Tag sich nicht legen
Fliegen am Ulrichstag (4.) macht die Birnen wurmstichig
Sankt Kilian (8.) stellt die ersten Schnitter an
Wie es die sieben Brüder (10.) treiben, so soll es sieben Wochen bleiben
Des Juli warmer Sonnenschein macht alle Früchte reif und fein
Die erste Birn bricht Margret' (13.) - drauf überall die Ernt angeht
Juli heiss lohnt Müh' und Schweiss
Juli kühl und nass, leere Scheune, leeres Fass
Ist der Ring nah dem Mond, uns der Regen noch verschont; ist der Ring aber weit, hat er Regen im Geleit
Margaretenregen(20.) wird erst nach Monatsfrist sich legen
Maria Magdalena (22.) weint um ihren Herrn, drum regnet's an diesem Tage gern
Der Vormittag vom Jakobstag (25.) das Wetter bis Weihnacht' deuten mag
Wie der Juli war wird der Januar
Wenn der Kuckuck noch lange im Juli schreit, wird es unfruchtbare und teure Zeit
Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten
Sollen wir uns am Sommer laben, müssen wir auch Donner haben

Bauernregeln für den August
Ist's von Petrus (1.) bis Laurentius (10.) heiss, bleibt der Winter lange weiss
Kommen die Bienen nicht heraus, ist's mit dem schönen Wetter aus
Gibt's am Sankt Oswaldstag (5.) viel Regen, wird gut der Wein, aber nicht der Erntesegen
Stellen sich am Anfang Gewitter ein, wird's bis zum End so beschaffen sein
Wenn der Kuckuck jetzt noch schreit, fürchtet man die Trockenheit
Laurentius (10.) heiter und gut, einen schönen Herbst verheissen tut
Auf die schönsten Sommertage folgen die grössten Wetter
Wie das Wetter an Kassian (13.) hält es mehrere Tage an
Was der August nicht kocht, lässt der September ungebraten
Zu Mariä Himmelfahrt(15.) Sonnenschein sorgt für viel Obst und guten Wein
Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr; werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten
Im August reift die Beere, doch der September nimmt sich die Ehre
Wie Bartholomäitag (24.) sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt
Wenn's im August stark tauen tut, so bleibt das Wetter meistens gut
Im August viel Regenschauer, ist Verdruss für jeden Bauer
Um die Zeit von Augustin (28.), ziehen die warmen Tage hin
Wenn die Mücken spielen, wird schönes Wetter

Bauernregeln für den September
Wenn im September viel Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.
St. Regine (7.) warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig.
Am Tage Mariä Geburt (8.) ziehen die Schwalben furt.
Blühen die Disteln reich und voll, ein schöner Herbst dir blühen soll.
Bringt St. Gorgon (9.) Regen, folgt ein Herbst mit wenig Segen.
Wenn's an Protus (11.) nicht nässt, ein trockener Herbst sich erwarten lässt.
Ist der September lind, ist der Winter wie ein Kind.
Soviel Fröste vor Michael (29.) fallen, soviel kommen nach dem 1. Mai des folgenden Jahres.
Sind Zugvögel nach Michaelis (29.) noch hier, haben bis Weihnachten lind Wetter wir



Bauernregeln für den Oktober
Der Vollherbst dauert vom 1.Oktober bis zum 15.November.
Er beschert uns die herrlichen Laubfärbungen, aber auch die ersten Nachtfröste.
‚Gilbhart' ist eine sehr alte Bezeichnung für den Oktober,
was soviel heisst wie ‚reich an Gelbem' (= Herbstfärbung des Laubes).
Laubfall an Leodegar (2.), kündigt an ein fruchtbar Jahr.
Regnet's an St. Dionys (9.), wird der Winter nass gewiss.
St. Burkhardi (14.) Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein.
Hedwig (16.) und St. Gall (17.) machen's schöne Wetter all.
Auf St. Gallustag (17.) nichts mehr draussen bleiben mag.
Wenn Gallus kommt, hau' ab den Kohl, er schmeckt im Winter trefflich wohl.
Löst sich die Frucht durch leichtes Drehen, kannst du zur Ernte übergehen.
Ist Sankt Lukas (18.) mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm.
Sankt Ursulas (21.) Beginn weist auf den nächsten Winter hin.
Wenn's St. Severin (23.) gefällt, bringt er mit die erste Kält.
An Krispin (25.) sind alle Fliegen hin.
Sind Simon und Judas (28.) erst vorbei, ist der Weg des Winters frei.
St. Wolfgang (31.) Regen, ein Jahr voll Segen.

Bauernregeln für den November
Ab Allerheiligen (1.) sitzt der Winter auf den Zweigen.
Allerheiligen klar und helle, steht der Winter auf der Schwelle.
Der Allerseelentag (2.) drei Tropfen Regen haben mag.
Bringt der Hubertus (3.) Schnee und Eis, bleibt’s den ganzen November weiss.
Im November viel Nass – auf den Wiesen viel Gras.
Wie’s Wetter zu Leonhardi (6.) ist, bleibt’s meist bis Weihnacht gewiss.
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blüht auch noch im November.
Viel und langer Schnee, gibt viel Frucht und Klee.
Novemberschnee – tut der Saat nicht weh.
November warm und klar, wenig Segen für’s nächste Jahr.
Hat Martin (11.) einen weissen Bart, wird der Winter streng und hart.
Später Donner hat die Kraft, dass er viel Getreide schafft.
Wenn der November hell, kalt und trocken war, so gibt’s Regen und milde Luft im Januar.
Novemberregen bringt Schnupfen und Husten, man muss sich bald zu Tode prusten.
Novemberwind scheut Schaf und Rind.
St. Elisabeth (19.) zeigt an, was der Winter für ein Mann.
Sitzt im November fest das Laub, wird der Winter hart, das glaubt.
Viel Bucheckern und viel Eicheln, der Winter wird nicht schmeicheln.
Wie es um Katharina (25.), trüb oder rein, so wird auch der nächste Februar sein.
Wenn es auf St. Virgil (27.) friert, der Hornung auch vor Kälte klirrt.
Andreas (30.) hell und klar, bringt ein gutes Jahr.
Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.

Bauernregeln für den Dezember
Bringt Dezember Eis und Schnee, wächst das Korn auf jede Höh’.
Fällt zu Eligius (1.) ein kalter Wintertag, die Kälte wohl vier Monate dauern mag.
Dezember launisch und lind – der ganze Winter wie ein Kind.
Auf Barbara (4.) die Sonne weicht, auf Lucia (13.) sie wieder herschleicht.
Kalter Dezember – zeitiger Frühling.
St. Gerald (5.) es wird kalt.
Regnet’s an Sankt Nikolaus (6.), wird der Winter streng und graus.
Fliesst jetzt der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
Wenn es nicht vorwintert, so wintert es nach.
Ist St. Lazur (17.) nackt und bar, wird’s ein gelinder Februar.
Wenn St. Thomas (21.) dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr.
Weihnachten im Schnee, Ostern im Klee.
Donner im Winterquartal bringt uns Eiszapfen ohne Zahl.
Ist die Christnacht hell und klar, folgt ein höchst gesegnet’ Jahr.
Ist es grün zur Weihnachtsfeier, schneit es auf die Ostereier.
Silvester hell und klar, Glückauf zum neuen Jahr.



Wer wissen will, wie das Wetter wird, erfährt in diesem Buch, wann er sich auf die Bauernregeln unserer Vorfahren verlassen kann.
Horst Malberg nimmt über 400 dieser Regeln unter die Lupe und vergleicht sie mit den Wetterbeobachtungen der Meteorologen. Zugleich vermittelt er locker und verständlich die wichtigsten Grundzüge der Meteorologie.



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