Herbst - das heisst Zeit der Weinlese


-Die Geschichte des Weinanbaus-

Wie alles begann.....

Die Reben von heute sind das Ergebnis eines Jahrtausende alten Ausleseprozesses. Die am besten schmeckenden und für den Weinausbau am meisten geeigneten Wildreben wurden zur Vitis vinifera kultiviert.

Frühe Nachweise für den Weinanbau finden sich bereits mehrere Jahrtausende vor Christus, insbesondere in den Hochkulturen des Nahen Ostens, die unter anderem den heutigen Staaten Ägypten, Iran oder Israel entsprechen. Doch auch aus Griechenland und dem heutigen Italien gibt es vorchristliche Nachweise für den Weinbau. In Kleinasien wurde der Weingott Dionysos verehrt, die Römer erfanden den Weingott Bacchus für ihren Weinkult.

Im Zuge der Eroberung germanischer Gebiete durch die Römer - diese hatten den Weinbau von den Griechen und Etruskern übernommen - erreichte der Weinbau vor etwa 2000 Jahren auch den deutschsprachigen Raum. Karl der Grosse regelte im achten Jahrhundert den Anbau der Reben, die Weinbereitung und auch den Verkauf. Die Klöster waren Zentren der Weinkultur - Wein ein Volksgetränk. Für das Mittelalter ist eine Ausbreitung des Weinbaus auf nahezu Gesamtdeutschland belegt.

Reblauskatastrophe und Neuanfang
      Nach 1500 nahm die Rebfläche aufgrund klimatischer Veränderungen, der Verbesserung der Bierherstellung und der Zunahme des Weinimports ständig ab. Im ausgehenden 19. Jahrhundert brachte die Reblauskatastrophe den Weinbau nahezu zum Erliegen, viele gebietstypische Sorten verschwanden.

Mit Pfropfreben auf resistenten amerikanischen Wurzeln - diese wurden später zwingend vorgeschrieben - wurde um die Jahrhundertwende ein Neuanfang gemacht. Durch die Rebenzüchtung entstand ein ausgewähltes Sortiment von Standardsorten, die heute den deutschen Weinbau im wesentlichen ausmachen.

Für uns sind am Interressantesten die Weine aus Frankreich - ganz besonders die Syrah Weine.



Die Weine Frankreichs

Zunächst zu den physiographischen Hauptmerkmalen Frankreichs, die entscheidend für den Weinanbau sind.
Natürlichen Gebirgsgrenzen im Osten und Süden und der Wechsel von Mittelgebirgen und ineinander übergehenden, flachwelligen Beckenlandschaften prägen Frankreich. Im Zentrum liegt das Pariser Becken, das von vier alten Gebirgen umgeben ist: dem Armorikanischen Gebirge im Westen, den Ardennen im Nordosten, den Vogesen im Osten und dem Zentralplateau im Süden. Die Gebirgszüge im Osten, zu denen eine Anzahl von Alpenketten, darunter der Montblanc – mit 4 808 m der höchste Berg der Alpen –, und das Jura gehören, bilden die natürlichen Grenzen zu Italien und zur Schweiz.

Das Zentralmassiv im Süden wird durch das Tal der Rhône von der östlichen Hochlandregion getrennt. Aus nördlicher und westlicher Richtung erhebt es sich sanft ansteigend aus der Ebene. Charakteristisch sind auf der Rumpffläche aufsitzende Vulkane, wie z. B. der Puy de Dôme (1 465 m). Weitere Merkmale bilden die stark erodierten Tafelländer aus Kalkgestein (Causses), südlich davon einige Vulkane und noch weiter im Süden die Cevennen, ein Mittelgebirge, das sich aus den Niederungen der Mittelmeerküste erhebt.

Die Ebenen, die den größten Teil des Gebiets von Frankreich ausmachen, sind Ausläufer der Großen Europäischen Ebene. Abgesehen von einigen Hügellandschaften, die sich hauptsächlich im westlichen Kernteil befinden, bestehen sie aus sanft welligem Flachland. Sie machen den fruchtbarsten Teil von Frankreich aus.


In Frankreich herrscht ein ozeanisch geprägtes, gemäßigtes Klima. Es gibt jedoch regionale Abweichungen, wie z. B. in der Küstenregion des Mittelmeers, wo mediterrane Bedingungen vorherrschen, und im Zentralmassiv und der östlichen Gebirgsregion, wo das Klima durch die Höhe und die Entfernung zum Meer stärkeren Temperaturschwankungen unterliegt. Die Temperaturen entlang der Atlantikküste (Bucht von Biscaya) werden von Meeresströmungen und den starken Südwestwinden konstant gehalten. Im Landesinneren, insbesondere im Nordosten, sind kalte Winter und heiße Sommer die Regel. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt in Nizza etwa 14 °C, in Paris 10 °C und in Nancy 9 °C.

Der französische Wein gilt weltweit als etwas ganz Aussergewöhnliches und als Ausdruck kultureller Vollkommenheit.

Die ersten Reben kamen schon 500 Jahre vor Christi durch die Griechen nach Frankreich. Die Römer sorgten dann für eine systematische Verbreitung, ab Beginn der christlichen Zeitrechnung im Rhônetal, im 2. Jahrhundert in Burgund und Bordeaux und im 3. Jahrhundert an der Loire. Der römische Kaiser Marcus Aurelius Probus (232-282) hob das Verbot von Kaiser Domitian (51-96) auf und befahl Mitte des 3. Jahrhunderts die Anpflanzung von Reben in ganz Gallien. Der König der Franken und spätere Kaiser Karl der Grosse hat durch seine Verordnungen entscheidende Impulse für den Weinbau im heutigen Frankreich gegeben. Im Kloster Cîteaux im Burgund wurde im Jahre 1098 der katholische Orden der Zisterzienser gegründet, der sich rasch über ganz Europa ausbreitete. Die Mönche perfektionierten den Weinbau hinsichtlich Bodentyp-Auswahl, Rebsorten-Selektion und Weinherstellung, was sich nicht nur auf Frankreich, sondern in ganz Europa auswirkte. Aber ebenso Bedeutendes für den Weinbau leistete der Orden der Benediktiner, deren berühmtestes Mitglied wohl Dom Pierre Pérignon war, der "Erfinder" des kunstvollen Verschneidens von Weinen, der Assemblage (siehe auch unter Cuvée). Erwähnenswert ist auch, dass der Wein im französischen Revolutions-Kalender berücksichtigt wurde, der Monat September erhielt den Namen Vendèmiaire (Weinmonat).



Frankreich war der Ausgangspunkt der grössten Weinbau-Katastrophe, als ab den 1860er-Jahren die Reblaus und der Mehltau ihren Vernichtungs-Feldzug über ganz Europa starteten. Besonders Frankreich war stark betroffen, über drei Fünftel (700.000 ha) der Rebflächen wurden zerstört. Zum gleichen Zeitpunkt aber setzten die "Goldenen Jahre des Bordeaux" ein Zeichen für einen Neubeginn, als man im Médoc in grossem Stil Weingärten anlegte. In Frankreich wurde frühzeitig erkannt, dass auf einem bestimmten Boden, unter Einfluss des dort herrschenden Klimas und bestimmter Rebsorten ein Wein mit unverwechselbarer, eindeutiger Charakteristik entsteht. Die Anfänge machten bereits die Zisterzienser. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde dafür der Begriff Terroir geprägt. Der Besitzer des Château Fortia Baron Le Roy de Boiseaumarié (1890-1967) beschrieb 1923 die idealen 13 Rebsorten für den Châteauneuf-du-Pape auf Grund des dort typischen Bodens und Klimas in einem von ihm definierten und abgegrenzten Gebiet. Einen weiteren Impuls gab der Landwirtschafts-Professor Joseph Capus (1868-1947), der gemeinsam mit dem Baron als Pate und Initiator des Appellations-Gesetzes für Wein und der im Jahre 1935 gegründeten Vorläufer-Organisation der INAO (Institut National des Appelations d´Origine) gilt, des zentralen Institutes für den Weinbau in Frankreich.

Bezüglich der Mischung von Rebsorten herrschen in Frankreich sehr unterschiedliche Philosophien, Meinungen bzw. Stilrichtungen vor. Im Süden und Südwesten - vor allem im Bordeaux - werden speziell die Rotweine aus mehreren Sorten gemischt, das sind die klassischen Cuvées (siehe dazu auch unter Bordeaux-Verschnitt). In den nördlicheren Gebieten hingegen (Chablis, Elsass, Loire, Savoyen und vor allem im Burgund) werden die Weine nur aus einer Rebsorte und häufig auch aus nur einer einzigen Lage gekeltert. Die Gesamt-Rebfläche im Jahre 2000 betrug 917.000 Hektar, womit Frankreich gemeinsam mit Spanien und Italien im weltweiten Spitzenfeld liegt. Rund 60% der Rebflächen entfallen auf rote und 40% auf weisse Rebsorten.



Die dominierenden zehn Rebsorten sind:

* Carignan (rot) mit 165.000 ha
* Trebbiano = Ugni Blanc (weiss) mit 101.000 ha
* Grenache (rot) mit 82.000 ha
* Merlot (rot) mit 55.000 ha
* Syrah (rot) mit 54.000 ha
* Cinsaut (rot) mit 46.000 ha
* Aramon (rot) mit 37.000 ha
* Gamay (rot) 36.000 ha
* Cabernet Sauvignon (rot) mit 35.000 ha
* Chardonnay (weiss) mit 18.000 ha

Im Jahre 2000 wurden insgesamt knapp 58 Millionen Hektoliter Wein produziert, was weltweit den ersten Platz ergibt (aber Frankreich wechselt sich dabei fast jährlich mit Italien ab). Das Land ist verwaltungsmäßig in insgesamt 95 Départements unterteilt, die sich in Kreise (Arrondissements) und Kantone aufteilen. Die Weinbaugebiete sind ziemlich gleichmäßig über drei Viertel der Oberfläche verteilt. Unter dem Schutz und Aufsicht der INAO erfolgte eine Einteilung in derzeit über 400 Appellationen.



Die Regionen sind:

* Armagnac mit 12.000 ha
* Bordeaux mit 113.000 ha
* Burgund mit 40.000 ha
* Champagne mit 34.000 ha
* Cognac mit 75.000 ha
* Elsass mit 14.000 ha
* Jura 1.500 ha
* Languedoc-Roussillon mit 400.000 ha
* Loire mit 53.000 ha
* Lothringen mit 200 ha
* Provence mit 25.000 ha
* Rhone mit 50.000 ha
* Savoyen mit 1.800 ha
* Südwest-Frankreich mit 160.000 ha



In Frankreich bestanden schon gegen Ende des ersten Jahrtausends strenge Weingesetze und als erstes Land hat es seine Weinbaugebiete in exakten Karten erfasst. Dies geschah durch Festlegen von gesetzlich gültigen Gebieten und Grenzen, mit deren Hilfe die Qualität eines Weines klar abgeleitet werden kann. Sie ist dadurch definiert, aus welcher "Appellation" er stammt. Je besser ein Wein, desto genauer die Bestimmungen. Das besondere System der "kontrollierten Herkunft" ist unter AC = Appellation Contrôlée beschrieben. Die Einteilung umfasst folgende Qualitätsstufen:

Vin de table: Niedrigste französische Qualitätsstufe für den einfachen Wein, der dem deutschen bzw. österreichischen "Tafelwein" oder dem italienischen "Vino da tavola" entspricht. Er kann durchaus aus einer klassifizierten Region stammen, erfüllt aber die Normen der Appellation nicht (Höchstertrag, Mindestalkoholgehalt, Sorte), oderkann aber auch eine Mischung von Weinen aus ganz Frankreich sein.

Vin de pays: Entspricht dem österreichischen bzw. deutschen "Landwein" oder dem italienischen "IGT" und stellt die Elite der Tafelweine dar. Die dafür geltenden Regeln wurden 1979 festgelegt, sie sind etwas weniger streng als für die Stufe VDQS und per Gebiet unterschiedlich. Der Wein muss aus einem fest umgrenzten Gebiet stammen und darf nicht mit gebietsfremden verschnitten werden. Dabei sind die zulässigen Traubensorten, der Höchstertrag von 70 bis 90 hl/ha, ein Mindest-Alkohol-Gehalt zwischen 9 und 11% vol sowie der zulässige Schwefel-Gehalt definiert. Sowohl Säure- als auch Alkohol-Gehalt werden kontrolliert. Es gibt drei Gruppen:

Regionale (4), die sich über mehrere Départements erstrecken: Vin de pays d´Oc (Languedoc - die größte Menge), Vin de pays du Jardin de la France (Loire), Vin de pays du Comté Tolosan (größter Teil Südwest-Frankreichs) und Vin de pays des Comtés Rhodaniens (Ardèche, Beaujolais, Jura, Savoyen, nördliche Rhône). Départementale (entsprechen einem der 40 Départements) sowie rund 100 lokale bzw. zonale mit einer variablen Größe von einer einzigen Gemeinde bis zu mehreren Bezirken (zum Beispiel umfasst "Vin de pays des Coteaux Charitois" nur wenige Hektar).

Rund 85% von kommen aus dem riesigen Bereich Midi. Der Gesamtanteil an der französischen Wein-Produktion beträgt etwa 20%. Zu 70% werden Rot-, zu 20% Rosé- und zu 10% Weiß-Weine produziert. Auf dem Etikett scheinen auch Rebsortennamen auf. Die Bezeichnungen Château oder Clos sind verboten. Diese zumeist frischen, fruchtigen und vollmundigen Weine werden zumeist jung getrunken.

VDQS = Vins Délimités de Qualité Supérieure: Diese Weine erreichen oft das Niveau der höchsten Klasse AC bzw. AOC, gelten teilweise als Vorstufe dazu oder sind diesen gleichgestellt. Sie sind denselben strengen Bestimmungen unterworfen. Es gibt allerdings keine wie bei den AC-Weinen üblichen weiteren Klassifizierungen (Cru). Solche Weine stammen aus einer bestimmten Region mit garantierter Ursprungsbezeichnung und sind ausschließlich aus erlaubten Rebsorten mit festgesetztem Ernteertrag gekeltert; auch der Alkohol-Gehalt ist vorgeschrieben.

AOC oder AC = Appellation d´Origine Contrôlée: Die höchste französische Qualitätsstufe legt Herkunftsgebiet, Rebsorten und Herstellungs-Methode exakt fest. Die Bezeichnung auf dem Flaschen-Etikett kann für eine ganze Region (z. B. Bordeaux), für eine Gemeinde (z. B. Sauternes), einen Rebberg (z. B. Le Montrachet) oder aber auch für einen bestimmten Weintyp (z. B. für den Schaumwein Crémant de Bourgogne) vergeben werden. Innerhalb der AC-Klassen gibt es weitere, aber nicht amtliche Qualitäts-Begriffe. Diese sind je nach Weinbau-Region unterschiedlich in Bezeichnung und Stufung.



Die „grossen“ Weine stammen aus einer begrenzten Zahl von „noblen“ Traubensorten, den cépages nobles. Die vier führenden Varietäten heissen  Cabernet Sauvignon, Riesling, Pinot und Chardonnay  Die Cabernet Sauvignon ist sicherlich die bekannteste und erhabenste unter den Rotweinreben. In der Alten Welt, vor allem in Bordeaux, verehrt, gibt sie den Weinanbaugebieten der Neuen Welt ein charakteristisches Profil.

Wie kaum eine zweite Sorte ist sie in der Lage, neben ihrer stets unverkennbaren aromatischen Intensität das jeweilige Terroir besonders ausdrucksvoll widerzuspiegeln. Die gut strukturierten, aristokratischen Weine sind tanninhaltig, oft sehr langlebig und gut zum Ausbau im Eichenholz (Barriques) geeignet.

Die Triebspitze ist mittelmässig bis stark wollig. Die jungen Blätter haben zwar eine Behaarung, diese lässt aber mit der Zeit nach. Die Trauben sind klein bis mittelgross und sie sind geschultert. Die Beeren sind sehr klein, rund und schwarz. Sie verfügen über einen Wachsbelag und haben eine dicke, harte Beerenschale. Die Sorte kommt mit Trockenheit gut zurecht - mit Frost allerdings schlecht. Sie treibt spät aus und wird spät reif.

Ansprüche an Lagen und Böden: Warme, gute Lagen und fruchtbare Lehmböden sind Voraussetzung für die nötige Qualität.

Krankheitsanfälligkeit: gering gegen Peronospora und Botrytis, empfindlich gegen Stiellähme, Eutypa, Oidium, Phomopsis.

Mostgewicht: im langjährigen Mittel bei 100°Oe. Säure: 7-10 g/l

Primäre Aromen: grüner Pfeffer, Zimt, Eukalyptus, Laub, Minze, Veilchen, Beeren, staubig, schwarze Johannisbeere (Cassis) und Tinte. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, staubig, mit Anklängen an Zigarrenkistenholz, Zedernholz, Schokolade, Tabak und Kaffeebohnen.




 

Kardinal Richelieu und Cabernet Sauvignon

Die Ursprünge der Sorte sind nicht mehr recht zu klären. Sie wurde in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt - damals schickte der französische Staatsmann und Kardinal Richelieu, eigentlich Armand-Jean du Plessis, (1585-1642) mehrere tausend Rebstöcke dem Abbé Breton. Die bei diesem Handel aufgeführte Bezeichnung Bidure für die Rebe bot Anlass zur Vermutung, dass sie von der von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnten, antiken Sorte Biturica abstammen könnte. Noch heute heisst sie in den Graves "Vidure", was zum einen "harte Rebe" bedeutet, zum anderen ein aus "Biturica" abgeleitetes Wort sein könnte. Die Adelsfamilie Richelieu besass grosse Landflächen im heutigen Gebiet Fronsac (Bordeaux). Der Kardinal war ein grosser Weinliebhaber und hat massgeblich zur Verbreitung des Cabernet Sauvignon beigetragen.

Die drei Sorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Carmenere wurden allerdings früher stets miteinander verwechselt, so dass die letzte Klarheit fehlt. Genanalysen legen nahe, dass es sich durchaus auch um eine vermutlich natürliche Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon blanc handeln könnte.

Der Herzog von Richelieu begann seine Karriere als Bischof eines unbedeutenden Bistums. Mit besonderem Engagement und Geschick unterstützte er die Politik der Regentin Maria von Medici, die ihm ihr Vertrauen schenkte. Gleichzeitig versuchte er, Beziehungen zum König aufzubauen und vermittelte oft in Konfliktsituationen zwischen Ludwig XIII. und seiner Mutter. Er stieg bald zum ersten Minister Königs Ludwigs XIII. (1601-1643) auf und brachte schnell die ganze Macht im Kabinett an sich, übernahm faktisch die Leitung.

Im Jahre 1635 gründete Richelieu die Académie française. Zu den ersten Aufgaben der Akademie gehörte die Ausarbeitung eines Wörterbuches und einer Grammatik, die die Grundlage der zentralistischen Sprachpolitik sein sollten. Sehr schnell entwickelte sich die Académie française jedoch zu einer Institution, die deutlich mehr als nur das Verfassen von sprachwissenschaftlichen Büchern leistete. Sie wurde zu einer Kontrollinstanz, die die Entwicklung der französischen Sprache und Literatur überwachen und lenken sollte.

 




Der weltweite Erfolg

Der Cabernet Sauvignon - Wein hat erst Ende des 18. Jahrhunderts im Medoc seinen Siegeszug angetreten, als die Verbraucher auf haltbare Weine zu achten begannen. Früher hiess es, er sei jung kaum zu trinken. Erst nach Jahren habe er seine Gerbstoffe (das sind jene, die ein pelziges Gefühl im Mund machen) abgebaut. In der Tat hat er eine ungewöhnlich hohe Konzentration an Phenolen. Das kommt vor allem daher, dass er im Verhältnis viele Kerne und Schale und recht wenig Fruchtfleisch hat. Die Kerne bringen die Phenole mit, die Schale eine tiefdunkle, oft bläuliche Farbe. Cabernet Sauvignon wird deshalb gerne mit anderen, milden Sorten wie Merlot oder Cabernet franc verschnitten.





 

Bordeaux-Verschnitt

Der Cabernet Sauvignon verleiht als einer der Hauptanteile im Bordeaux-Verschnitt den grossen Bordeaux-Rotweinen und zahlreichen anderen Weinen in vielen anderen Ländern der Welt Tannin, Körper und Aroma. Es werden aber auch viele sortenreine Weine gekeltert.

Der Begriff Bordeaux-Verschnitt ist nicht ganz klar definiert, denn die tatächliche Cuvée ist je Bereich unterschiedlich und orientiert sich auch an der Bestockung in den einzelnen Châteaux. Die wichtigsten roten Sorten dazu sind Merlot, Cabernet Franc,  Cabernet Sauvignon, Carmenère, Malbec und Petit Verdot, die wichtigsten weissen Sorten sind Sémillon, Muscadelle und Sauvignon Blanc. Tatsächlich entscheiden die Kellermeister die Cuvée jährlich erst nach der Gärung. Die Assemblage ist eine der wichtigsten Tätigkeiten und erfordert grosse Erfahrung.

Am linken Ufer der Gironde (Médoc, Cérons, Graves und Sauternes) überwiegt bei Rotweinen der Cabernet Sauvignon (65-70%), ergänzt durch Cabernet Franc (15%) und Merlot (15%), sowie kleiner Teile Malbec (1-5%) und Petit Verdot (1-5%). Als Ausnahme enthält der Rotwein des berühmten Château Mouton-Rothschild 90%+ Cabernet Sauvignon. Am rechten Ufer (Blaye, Bourg, Pomerol und Saint-Émilion) überwiegt Merlot (60%), ergänzt durch Cabernet Franc (30%) und Cabernet Sauvignon (10%). Hier ist der Ausreisser das berühmte Château Pétrus, wo beinahe sortenrein aus Merlot gekeltert wird.

 



Weltweit werden rund 145'000 ha Rebflächen mit Cabernet Sauvignon kultiviert.

Cabernet Sauvignon stammt also aus Frankreich und ist dort auch stark verbreitet: Fast 35.000 Hektar umfasst die Rebfläche, zwei Drittel liegen im Gebiet um Bordeaux, der Rest an der Loire und in den Tafelwein-Gebieten Südfrankreichs. Der erste Rang wird Frankreich aber in den letzten Jahren durch Chile strittig gemacht. Dort deckt sie neuerdings 23% der Gesamtrebfläche des Landes ab und dürfte mit 39.244 ha weltweit führend sein. International folgen Australien (29.500 ha), Bulgarien (ca. 18.000 ha), Kalifornien (ca. 15.500 ha), Südafrika (11.900 ha) und das kleine Moldawien (7.000 ha) auf den Plätzen.

Auch die alten europäischen Wein-Nationen versuchen sich mit dieser "Wettbewerbs-Rebsorte" zu profilieren. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Cabernet Sauvignon deshalb selbst in der Schweiz, Österreich und Deutschland (wo allerdings erst seit den 90er Jahren einige Dutzend Hektar bestockt sind).

Cabernet wird in Kalifornien vorwiegend reinsortig ausgebaut. Unter dem Begriff "Meritage" verschneiden ihn einige Erzeuger mit anderen Bordeaux-Rebsorten: Merlot, Malbec und Cabernet Franc. Bei einer Vergleichsverkostung von Topweinen aus Frankreich und Kalifornien im Jahre 1976, die vom Journalisten Steven Spurrier in Paris organisiert worden war, bestätigte sich der Erfolg von kalifornischem "Cab" am internationalen Markt. Kalifornische Cabernet Sauvignons beeindrucken durch ihre intensiven Aromen nach Brombeeren, Kirschen und anderen dunklen Früchten. Mit ihrer mittelkräftigen Struktur und den spürbaren Tanninen können viele dieser Weine 10 bis 15 Jahre oder noch älter werden. Die meisten der sogenannten "kalifornischen Kultweine" sind Cabernet-Weine.

Die australischen Winzer verschneiden - ähnlich wie ihre Kollegen in Bordeaux - ihn ebenfalls gerne mit anderen Rebsorten, einschliesslich dem Merlot. Der Verschnitt von Cabernet Sauvignon und Shiraz ist jedoch einzigartig für Australien. Einige der besten australischen Cabernet Sauvignons kommen aus den geographisch unterschiedlichsten Regionen wie z.B. Coonawarra in Südaustralien, dem Yarra Valley in Victoria und dem Margaret River in Westaustralien.

Exotische Cabernets sind aus Israel (Golan Hights Winery) und dem Libanon (Château Musar) bekannt.

 

PETIT BOUCHET;SAUVIGNON ROUGE; BORDEAUX; VIDURE; BOUCHET; CARBONET; MARCHOUPET; LAFIT; VAUCLUSE; CARMENET; BURDEOS TINTO; CASTET; CABERNET PETIT; VERON; BORDO; BRETON; PETIT CABERNET; PETIT VIDURE; KABERNE SOVINJON; BIDURE; NAVARRE; LAFET

 



Shalistin - weisser Cabernet Sauvignon

Eine natürliche Mutation des Cabernet Sauvignon ist die in den 1980er-Jahren in Australien entstandene weisse Sorte Shalistin. Sie wurde 1980 in den Weinbergen des Weingutes Clegett Wines in Langhorne Creek (Südaustralien, Region Fleurieu) von Malcolm Cleggett zufällig entdeckt. Ein Rebstock hatte neben den üblichen, normalen roten Trauben an einer Stelle zwei Trauben mit bronzefarbenen Beeren entwickelt. Cleggett selektionierte daraus bis 1984 insgesamt 15 Setzlinge. Diese Sorte nannte er Malian (eine Kombination von Malcolm und dem Namen seines Bruders, Ian) und produzierte einen hellroten Wein.

Nach weiterer Selektion und Vermehrung wurden zehn Jahre später weiss- bis goldenfarbige Trauben erreicht. Zunächst nannte Cleggett die neue Sorte Cabernet Blanc bzw. White Cabernet. Er liess sie aber dann unter dem Namen Shalistin registrieren. Ein daraus gekelterter reinsortiger, trockener Weisswein mit feinsäuerlichem Zitronen- und Grapefruit-Aroma wurde auf der International Wine and Spirit Fair 2002 in London vorgestellt.





Einige weitere Kreuzungen, Spielarten und (beinahe) Verwandte:

Die rote Rebsorte Cabernet Carbon (auch FR 377-83 r) ist eine Kreuzung zwischen Cabernet Sauvignon x (Merzling x (Saperavi Severnyi x St. Laurent)).

Die rote Rebsorte Cabernet Carol (auch FR 428-82 r) ist eine Kreuzung zwischen Cabernet Sauvignon x (Merzling x (Saperavi Severnyi x Muskat Ottonel)).

Die rote Rebsorte Cabernet Cortis (auch FR 437-82 r) ist eine Kreuzung zwischen Cabernet Sauvignon x (Merzling x (Saperavi Severnyi x Muskat Ottonel)).

Die rote Rebsorte Cabernet Cubin ist eine Kreuzung zwischen Blauer Limberger (Blaufränkisch) x Cabernet Sauvignon.

Cabernet d´Anjou ist eine Appellation für Rosé im Bereich Anjou in der französischen Region Loire. Der halbtrockene, fruchtige Wein wird aus den Rebsorten Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon produziert.

Cabernet de Saumur ist eine Appellation für Rosé im Bereich Saumur in der französischen Region Loire. Er wird aus Cabernet Franc gekeltert.

Die rote Rebsorte Cabernet Dorio ist eine Kreuzung zwischen Dornfelder x Cabernet Sauvignon.

Die rote Rebsorte Cabernet Dorsa ist eine Neuzüchtung zwischen Dornfelder x Cabernet Sauvignon.

Die rote Rebsorte Cabernet Franc ist uralt. Sie lässt sogar nach genetischen Untersuchungen noch Spuren von Wildreben erkennen. Sie steht etwas im Schatten des weitaus berühmteren "grossen Bruders" Cabernet Sauvignon. Der Cabernet Franc besitzt allerdings etwas weniger Tanningehalt und hat eine hellere Farbe.


Cabernet Gros ist ein in Australien gebräuchlicher Name für die rote Rebsorte Bastardo

Die rote Rebsorte Cabernet Mitos ist eine ist eine Neuzüchtung zwischen Blauer Limberger (Blaufränkisch) x Cabernet Sauvignon.

Die rote Rebsorte Cabernet Severnyi (auch Cabernet Severny) ist eine Kreuzung zwischen (Dimiat x Vitis amurensis) x (Vitis vinifera x Vitis amurensis).







Syrah - Shiraz Rebe


 

Die lange Zeit rätselhafte Verwandtschaft zwischen drei Weinsorten mit ähnlichem Namen - französischer Syrah, kalifornischer Petite Sirah und australischer Shiraz wurde erst 2001 geklärt: Shiraz ist dasselbe ist wie Syrah - und Petite Sirah ist eine Kreuzung zwischen Syrah und der französischen Traube Peloursin. Syrah selbst ist wiederum eine Kreuzung von Dureza, einer dunkelbeerigen Weinsorte aus der Ardèche-Region in Frankreich, und einer weissen Traube, bekannt unter dem Namen Mondeuse Blanche.

 

Die Syrah war ursprünglich insbesondere im Rhônetal und im Languedoc-Roussillon zu finden. Dort dient sie haupstächlich zur Erzegung von sehr ordentlichen Landweinen. Die Rebsorte gilt als sehr alt und ist vielleicht phönizischen Ursprungs. Eventuell ist sie nach der persischen Stadt Shiraz benannt.


Die
Rotweintraube, ist in Australien und Südafrika beheimatet , wo aus ihr tieffarbige, schnellreifende und doch langlebige Weine erzeugt werden, weich und alkoholisch und als solche an die Rhone-Provenienzen erinnernd, mit einem unverwechselbaren, etwas scharfen Aroma, dessen Charakterisierung Assoziationen mit dem Geruch eines verschwitzten Sattels weckt.

 

Die Rebsorte ist zwar genetisch identisch mit der Syrah. Beide haben aber trotzdem eine eigene Geschichte. Der australische Weinbau-Pionier James Busby (1802-1871) führte im Jahre 1833 aus Frankreich die Syrah-Rebe nach Australien ein und nannte sie damals Scyras. Erst später wurde sie unter dem heute gebräuchlichen Namen Shiraz berühmt. Zum Beispiel wird der berühmte Kultwein Penfolds Grange aus der Shiraz-Traube (mit kleinem Anteil Cabernet Sauvignon) gekeltert. Schwerpunkte des Anbaus in Australien: Barossa Valley, Hunter Valley

 

In Kalifornien nennt man sie jedoch Syrah, wo sie erst im Jahre 1936 vom Önologen Dr. Harold P. Olmo eingeführt wurde.

 

Die primären Fruchtaromen erinnern an Kräuter, Gewürze, Menthol, Zimt, Himbeere, Maulbeere, Brombeere, Pflaume, Lakritze, Backpflaume und Schokolade. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, Schokolade, stoffig, mit Anklängen an Zigarrenkiste, Kaffee, Leder, Pfeffer, Minze, Paprika.

 

Synonyme sind: BRAGIOLA;BALSAMINA; DI SANTI; HERMITAGE; NERETTO DI SALUZZO; SYRAH; CANDIVE; ERMITAGE; MARSANNE NOIR; PLANT DE LA BIAUNE; SERINE NOIR; SIRAC; SERENE; BIAUNE; HIGNIN NOIR; ENTOURNEIREIN; DAMASZENER BLAU; ANZHER MUSKATNYI; SEVENE; ANTOURNEREIN; PETIT SYRAH; SHYRAC; SEREINE; ZIZAK; SIRAH





Steckbrief dieser Rebsorte

Herkunft:
Vermutlich kommt die Syrah Rebe aus einer der ältesten Weinbauregionen um die persische Stadt Schiraz. Es gibt zahlreiche Überlieferungen bezüglich ihrer Verbreitung: Einige behaupten, dass die Syrah im 3. Jahrhundert durch die Römer nach Gallien kam, andere, die Griechen brachten sie im 6. Jahrhundert von den Kykladen nach Frankreich. Doch wahrscheinlich ist, dass sie Mitte des 13. Jahrhunderts durch Kreuzritter nach Hermitage, südlich von Lyon, gelangte, wo sie heute noch hauptsächlich angebaut wird.


Verbreitung:
In Südfrankreich ist sie mit ca. 28.000 ha am stärksten vertreten. Dort gilt sie als die bekannteste Edelsorte. Als ein Inbegriff französischer Weinkultur wurde sie in die ganze Welt exportiert. In Italien um Pisa, Florenz und Aosta ist sie mit einer nur geringen Anbaufläche von etwa 2.000 ha vertreten. Außerhalb Europas wird sie als Shiraz (auch Hermitage genannt) beispielsweise in Australien mit ungefähr 5.500 ha angebaut, in Kalifornien sind es 5.600 ha, Tendenz steigend. In Südafrika sind es bisher 750 ha, sie findet jedoch auch dort immer mehr Freunde.


Merkmale:
Die Triebspitzen sind weiß-haarig, ebenso die Unterseite der eher kleinen Blätter. Die Trauben sind mittel-groß und kompakt, die Beeren klein, länglich und von blauschwarzer Farbe.


Anbau:
Sie treibt spät aus, was sie vor Frösten schützt und ist von mittelkräftigem Wuchs. Geerntet wird sie allgemein Mitte September bis Oktober. Zu lange hängen sollte sie nicht, denn überreife Beeren fallen gerne ab. Für den Öko-Anbau eignet sie sich sehr gut, da sie sehr widerstandsfähig ist gegen Oidium und Peronospora (Echter und Falscher Mehltau), die häufigsten Pilzkrankheiten im Weinbau. Empfindlich ist sie gegen Trockenheit und Windbruch, liebt aber die Wärme.


Geschmack:
Auf den kargen Granitböden, wie sie z. B. im Côte-Rotie und dem Hermitage vorkommen, bringt sie sehr gute Weine. Sie schmecken oft johannis-, heidel- oder himbeerig und eignen sich, wenn nicht zu einfach ausgebaut, meist gut zur Lagerung. Weine aus dem Hermitage sind sehr gehaltvoll, kräftig und komplex, in der Jugend oft leicht bitter, nach einigen Jahren weich und samtig. In kühleren Regionen wirkt der Wein dagegen eher rau und pfeffrig. Er ist tiefrot und tanninreich.



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