" Kommt der erste Whisky nun aus
Schottland oder Irland ? "
Single Malt Whisky aus Schottland
Die Geschichte des Whiskys / Whiskeys
Die
Kunst, durch Destillation Alkohol zu gewinnen, wurde nach Expertenmeinung
im 9. Jahrhundert vor Christus im Orient entwickelt. Arabische Kräuterhändler
stellten durch Destillation Duftwässer und Arzneien her, die Worte
"Alkohol" (Al-kuhl war ein Pulver, mit dem die Wimpern gefärbt wurden)
und "Alambik" (=Vase, Gefäss) stammen aus dem Arabischen.
Über Ägypten gelangte die Technik nach Europa, wo dann die ersten
trinkbaren Destillate aus Trester und Getreide hergestellt wurden.
Wann genau ist nicht ganz klar, aber bereits im 6. Jahrhundert ist
im Mead Song des gälischen Dichters Taliesin davon die Rede.
Wann
der erste Whisky gebrannt wurde, ist nicht geklärt. Seit jeher streiten
sich Schotten und Iren darüber, wer den ersten Whisky, oder irisch
Whiskey, hergestellt hat. Die irische Legende will wissen, dass der
Schutzpatron der Insel, St. Patrick (ca. 391-461), die Technik des
Destillierens aus dem Mittelmeerraum mit nach Irland brachte.
 Schottische Whiskysorten
Da jedoch die Schotten der Ansicht sind, dass St. Patrick im schottischen
Dumbarton geboren wurde und dort die Technik kennenlernte, bezeichnen
sie sich selbst als Schöpfer des Getränks. Da der ursprüngliche
Begriff aber aus dem Gälischen kommt, was durch irische Einwanderer
erst in Schottland Verbreitung fand, ist davon auszugehen, dass der
Whisky tatsächlich aus Irland stammt.
 Irische Whiskeysorten
Whisky leitet sich vom gälischen uisge beatha (gesprochen ui-sca-ba,
noch drei weitere Abwandlungen des gälischen Begriffs sind bekannt,
nämlich uisce beatha, quebaugh und uisgebaugh) ab, das wiederum
vom lateinischen aqua vitae (=Lebenswasser oder Wasser des Lebens)
abgeleitet wurde. Da der englische Einfluss auf Irland und Schottland
im 12. Jahrhundert immer grösser wurde, die Engländer sich jedoch
mit dem Gälischen schwer taten, wurde daraus die Verballhornung
Whisky bzw. Whiskey.
War das Whiskybrennen zunächst nur den Klöstern vorbehalten, so
waren zu jener Zeit waren bereits die ersten Destillerien entstanden.
Mit den englischen Soldaten fand dieses Getränk nun auch den Weg
nach England. Im 16. Jahrhundert schenkte der Count of Cork (Irland)
Queen Elisabeth I. mehrere Gallonen Whiskey, was diesem Getränk
weiteren Popularitätszuwachs in England und der Welt brachte, der
Count jedoch wurde in seiner Heimat jedoch als Verräter abgestempelt. |
Never
drink Whisky without water and never drink water without Whisky
-
Schottisches Sprichwort
(Trink niemals Whisky ohne Wasser und trink niemals
Wasser ohne Whisky)
Whisky to a Scotsman is as innocent as milk to the rest of the
human race -
Mark
Twain
(Whisky ist für einen Schotten ebnso harmlos
wie Milch für den Rest der Menschheit)
A man should always carry a small bottle of whisky in case of
a snake bite. A man should also carry a snake - W.C.Fields
(Ein Mann sollte immer eine kleine Flasche Whisky
für den Fall eines Schlangenbisses bei sich tragen. Ein
Mann sollte ebenso immer eine Schlange mit sich führen)
Whiskey is liquid sunlight -
George
Bernard Shaw
(Whiskey ist flüssiges Sonnenlicht)
Freedom and whisky gang thegither - Robert Burns
(Freiheit und Whisky gehören zusammen) |
Der
erste urkundliche Beweis für die Herstellung von Whisky in Schottland
findet sich 1494. Die Schotten verwandten aber im Gegensatz zu den
Iren nicht Kohle zum feuern der Öfen, die die gekeimte Gerste trocknen,
sondern Torf, was dem schottischen Whisky sein rauchiges Aroma beschert.
In Schottland war der Whisky zunächst ausschliesslich als Medizin
gedacht, 1505 erwarb die Zunft der Chirurgen und Bader das Monopol
zur Whiskyherstellung, bereits zur Mitte des Jahrhunderts wurden
jedoch schon reichlich Verstösse gegen dieses Monopol verzeichnet.
1579 wurde das Brennen ausschliesslich dem Adel gestattet, da die
Gerste als Nahrungsmittel in Schottland knapp wurde. In ganz Schottland
bis zu den Orkneys wurde Whisky hergestellt, hauptsächlich jedoch
in den Highlands.

Während sich jedoch der irische Whiskey als Exportschlager erwies,
war der schottische Whisky aufgrund seines würzigen Torfaromas zunächst
nur im Inland populär. 1644 wurde in Schottland durch Cromwell erstmals
eine Steuer auf alkoholische Getränke erhoben, die jedoch nach Charles'
II. Rückkehr aus dem Exil wieder abgeschafft wurde.
Die Union mit England traf die schottischen Destillerien dann wie
ein Hammer - die englische Malzsteuer wurde, zwar zum halben Satz,
eingeführt. Die Brenner drückten ihren Unmut darüber in einigen
Aufständen in Glasgow und Edinburgh aus, die Schwarzbrennerei, vor
allem im Hochland, boomte. Die legalen Brennereien sahen sich genötigt,
den Anteil ungemälzter Gerste zu erhöhen. Dies hatte zur Folge,
dass nur der illegale Whisky als echter schottischer Whisky betrachtet
wurde und die Destillerien auf ihren Produkten sitzen blieben. In
jener Zeit wurde legal hergestellter Whisky als "Parliament" bezeichnet,
während der Schwarzbrannt "Poteen" (leitet sich vom Destillierkolben,
Potstill, ab) hiess.

Ähnliche
Vorgänge waren in Irland zu verzeichnen. Die Steuerbehörden sahen
sich der Situation fast machtlos gegenüber. In den Highlands war
Whisky mittlerweile das Nationalgetränk. Traditionell war der Whiskygenuss
nicht nur Männern vorbehalten, Frauen tranken ihn ebenfalls, ja
selbst Kindern wurde ab und an ein Teelöffel des Lebenswassers gegeben.
Der Toddy, ein Gemisch aus Whisky, heissem Wasser und Zucker, war
äusserst populär und hilft auch heute noch bei den ersten Anzeichen
einer Erkältung.
Ende
des 18. Jahrhunderts wurden neue Steuern auf den Alkohol erhoben,
was natürlich zu noch mehr Schwarzbrennerei führte. 1784 wurde der
Wash Act verabschiedet. Wash ist die Würze, die bei der Vergährung
von Malz entsteht und dann destilliert wird. Während in der Lowlands
der Wash die Berechnungsgrundlage mit 5 Pence je Gallone für die
zu entrichtende Steuer war, wurden in den Highlands 20 Schilling
je Gallone Fassungsvermögen der Brennblase erhoben.
Damit wollte man die Grösse der Destillierkolben reduzieren, um den
Whiskyausstoss besser taxieren zu können. Die Aktion war von wenig
Erfolg gekrönt, die Highland-Brennereien reduzierten einfach die
Durchlaufzeit des Destillats und erhöhten so wieder den Ausstoss.
1786 wurde die Steuer erhöht und darüber hinaus noch eine Steuer
für die Ausfuhr nach England erhoben, was zu einem schwunghaften
Anstieg des Schmuggels führte. 1798 sah sich die Regierung genötigt,
eine Belohnung von 5 Pfund für die Nennung einer Schwarzbrennerei
auszusetzen. Die geschäftstüchtigen Brenner machten sich dies zu
nutze. Wenn die Spirale der Brennblase, ein nicht unerhebliche Investition,
ausgetauscht werden musste, bauten sie die brauchbaren Teile der
Anlage ab, um sie an anderer Stelle wieder in Betrieb zu nehmen.
Dann meldeten sie das alte Versteck und strichen die Belohnung ein
und kauften sich eine neue Spirale.
 
1823
gab die Regierung mit einer Art Amnestie ihren Kampf auf . Es wurde
eine Zulassungsgebühr von 10 Pfund je Brennblase mit über 40 Gallonen
Fassungsvermögen erhoben und eine Abgabe von 3 Pence je Gallone
Alkohol. Von den zu diesem Zeitpunkt geschätzten 14.000 illegalen
Betrieben waren 1874 nur noch 6 übrig.
Im
19. Jahrhundert erfand der Ire Aeneas Coffey einen neuen Brennapparat.
Doch während die Iren an ihrer Tradition des Whiskeyherstellung
festhielten, wurde das Verfahren in Schottland genutzt. Der Hauptvorteil
der neuen Anlage war, dass man kontinuierlich Whisky brennen konnte,
was den Ausstoss natürlich erhöhte. Ausserdem konnte man ein Gemisch
aus gemälzter Gerste, Gerste und anderen Getreiden verarbeiten,
jedoch verlor das Produkt das Torfaroma, es schmeckte schärfer,
fast wie reiner Alkohol. Man konnte es aber mit den torfigen Highland-Whiskies
verschneiden, was das Getränk dann insgesamt milder machte. 1850
wurde der erste Blended Whisky, also ein Verschnitt aus reinem Malt-Whisky
und dem "Coffey-Destillat" in Edinburgh verkauft. Dieses Gemisch
fand schnell Zugang zu den Märkten in England und Europa, die bisher
eher dem milderen irischen Whiskey zugetan waren. Da der schottische
Whisky nur zweimal destilliert wird, während der irische traditionell
mit drei Destillationsdurchgängen hergestellt wird, konnte der Scotch
günstiger angeboten werden, dass irische Whiskey-Monopol war dahin.
Der endgültige Durchbruch gelang jedoch erst, nachdem in zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts die Reblaus Frankreich heimsuchte. Der
Wein verschwand quasi vom Markt und zunächst die Engländer und dann
das übrige Europa wandten sich dem Whisky zu.
1909 wurde von den Maltwhisky-Herstellern die Frage aufgeworfen,
ob sich den ein Blended Whisky auch Scotch nennen durfte. Die von
der Regierung eingesetzte Kommission stellte fest, das ein Whisky
ein Destillat aus verschiedenen gemälzten Getreidesorten sei, eine
Auszeichnungspflicht auf dem Etikett hielt sie auch nicht für nötig.
1915 wurde festgelegt, dass ein Whisky mindestens 3 Jahre reifen
muss, bevor er in den Handel kommen darf.

   Schottische Whiskys
Probleme
kamen auf die Brennereien durch die beiden Weltkriege und die Prohibition
in den USA zu. Während des Ersten Weltkrieges wurde 1915 die Whiskyherstellung
stark eingeschränkt, 1917 gänzlich unterbunden. Nach dem Krieg kamen
die Hersteller nur schwer wieder auf die Beine. Viele Betriebe fusionierten.
Darüber hinaus machten ihnen die angehobenen Alkoholsteuern beim
Absatz zu schaffen. Während der Prohibition verkaufte sich der schottische
Whisky ausgezeichnet nach Kanada. Die kanadischen Destillerien durften
Alkohol nur für die Industrie herstellen. Also wurde der schottische
Whisky mit den einheimischen Produkten verschnitten und dann in
die USA geschmuggelt.

    Irische Whiskeys
Für die Iren gingen allerdings durch das Alkoholverbot
langsam die Lichter aus. Schon geschwächt durch den ersten Weltkrieg,
war die Prohibition eine weitere Schwächung. Als 1934 das Verbot
wieder aufgehoben wurde, konnten die Iren den amerikanischen Markt
nicht schnell genug bedienen und die USA wandten sich mehr den schottischen
Erzeugnissen zu. Erst in den 60er Jahren konnten die Iren durch
Fusionen und grossangelegte Werbekampagnen Teile des internationalen
Marktes zurückerobern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die
Whiskyproduktion 1939 untersagt, Auf dem britischen Binnenmarkt
wurde ab 1940 die Whiskyabgabe rationiert, durch ausreichende Lagerbestände
war für einige Zeit die Versorgung sichergestellt. 1944 durften
die Brennereien in geringen Mengen für den Export produzieren. 1954
wurden alle Produktionsbeschränkungen aufgehoben und Ende der 50er
Jahre konnte die Nachfrage bereits wieder befriedigt werden.

Die
Grundbestandteile des schottischen Whisky sind Gerste, Wasser
und Torf. Wurde früher nur schottische Gerste verwendet, so stammen
heute nur noch rund 40% aus dem eigenen Lande, 35% stammen aus
England, der Rest wird aus Australien und Kanada importiert. Wesentlich
wichtiger für die Qualität des Whisky ist jedoch das Wasser. Das
Wasser in Schottland ist noch weitgehend sauber und frei von Mineralsalzen.
Jede schottische Destillerie hat ihren eigenen Fluss, Bach oder
eine eigene Quelle, weshalb der Geschmack der einzelnen Brände
auch so variiert. Der zweite entscheidende Faktor für das Endprodukt
ist das Torffeuer, über dem die gekeimte Gerste gedarrt wird.
Hier kann auch Einfluss darauf genommen werden, wie rauchig der
Geschmack werden soll. Die Whiskyherstellung beginnt mit dem Mälzen.
Bestimmte Getreidesorten werden zum keimen gebracht, was Enzyme
freisetzt, die später die Gärung ermöglichen. Im Frühherbst wird
die Gerste frisch nach er Ernte eingekauft. Um Schimmelbildung
zu vermeiden, muss die Gerste trocken und reif sein. Darüber hinaus
wird sie gesiebt und in Silos mit heisser, zirkulierender Luft
getrocknet. Anschliessend wird die Gerste in grossen Bottichen mit
Wasser angesetzt, um den Keimungsprozess zu starten. Nach 2 bis
3 Tagen wird das Wasser abgegossen und die gekeimte Gerste auf
den Mälzböden ausgebreitet.
Bei der Keimung entsteht durch den Prozess der Aufnahme von Sauerstoff
und der Abgabe von Kohlendioxyd Wärme. Um die möglichst konstant
auf einer Temperatur von ca. 15° wird darum das Getreide mehrmals
täglich mit Schaufeln und Rechen gewendet und in die Luft geworfen.
Es gibt mittlerweile auch Destillerien, die die Gerste mechanisch
wenden. Nach ca. 10 - 14 Tagen haben die Keimlinge die gewünschte
Grösse von 5/8 des Gerstenkorns erreicht und können gedarrt werden.
Dazu wird sie auf einem engmaschigen Metallgitter ausgebreitet
und darunter ein Torffeuer entfacht, das der Gerste sein typisches
Aroma gibt. Nur wenige Destillerien feuern noch bis zum Abschluss
des Vorgangs mit Torf. Die meisten feuern wegen des Aromas zunächst
mit Torf.
Hat die Gerste davon genug mitbekommen, wird das Feuer mit Koks
oder Briketts weiter gefeuert. Moderne Heissluftöfen darren die
Gerste in nur 24 Stunden, wobei die durchströmende Luft mit Torf
aromatisiert ist, so dass der typische Geschmack erhalten bleibt.
Viele Destillerien sind mittlerweile auch dazu übergegangen, von
spezialisierten Mälzereien das Malz zu kaufen. Auf Islay sitzen
die traditionsbewustesten Destillerien. Laphroaig z.B. nutzt nicht
nur eigenes Wasser und Malz, sondern sticht das Torf auch noch
selbst.
Wenn die Gerste getrocknet ist, wird sie von den Sprösslingen befreit
und gemahlen. Dieses Mehl wird mit in den Maischebottich (mash
tun) gegeben. Nach und nach wird heisses Wasser hinzugegeben, das
zunächst eine Temperatur von 60° - 68° hat und nach und nach auf
80° erhitzt wird. Dadurch wird der Wandlungsprozess (Diastase)
der Gerste in Maltose und andere gärfähige Zucker wieder in Gang
gesetzt. Das Gemisch wird durch Rührrechen ständig vermengt und
3-4 mal abgelassen. Die Würze (wort) des ersten und zweiten Abstichs
werden in Auffangbehälter (underback) geleitet und gelangen in
die Gärbehälter (wash backs). Der dritte und vierte Abstich werden
für die nächste Maische wiederverwendet.
Bevor die Maische in die Gärbehälter gelangt, wird sie auf 20°-27°
abgekühlt, damit sich der Malzzucker nicht zersetzt und die Hefe
nicht zerstört wird. Die Gärbehälter haben ein Fassungsvermögen
von 4.500-60.000 Liter. Früher waren sie aus Lärchen- oder Kiefernholz
gefertigt, heute werden jedoch meist Edelstahltanks verwendet.
Um ein Überlaufen bei der Gärung zu vermeiden, werden die Tanks
nur zu 3/4 gefüllt, dann wird die Hefe hinzugefügt. Durch diese
wird der in der Maische enthaltene Zucker in Alkohol gewandelt.
Dabei wird Kohlendioxyd freigesetzt, was zum Aufschäumen und blubbern
der Flüssigkeit führt. Dieser Fermentation genannte Prozess bedarf
besonderer Sorgfalt. Früher wurde die Flüssigkeit (wash) ständig
von Arbeitern ständig umgerührt werden, um eine zu grosse Schaumbildung
zu vermeiden. Heute ist dieser Vorgang grösstenteils automatisiert,
trotzdem wird er immer noch von einer Fachkraft ständig überwacht.
1 1/2 - 2 Tage dauert die Umwandlung der Maltose in Dextrose,
die durch die Hefe dann in Alkohol und Kohlendioxyd verwandelt
wird. Die durch die Fermantation entstehende Flüssigkeit enthält
bereits rund 5% Alkohol.

Jetzt
wird die vergorene Würze destilliert. Hierbei wird sie zum Sieden
gebracht, der entstehende Dampf kühlt langsam ab und das entstehende
Kondensat ist eine reine, klare Flüssigkeit. In Schottland wird
der Wash zweimal hintereinander in zwei unterschiedlich grossen
Kupferbrennblasen destilliert. In der ersten (wash still) wird
die verdampfende Würze durch einen Schwanenhals in eine Spirale
geleitet. Diese wird durch ständig fliessendem, kalten Wasser gekühlt,
der kondensierte Dampf wird in einen Behälter umgeleitet. Dieses
Produkt wird low wines genannt, ein Roh-Whisky.
In
der zweiten, wesentlich kleineren, Brennblase (low wines still)
wird der Roh-Whisky erneut destilliert. Dabei durchläuft das Destillat
einen in Messing gefassten Glaskasten, den spirit safe. Dieser
wird von der Steuerbehörde verplombt und darf auch nur in Anwesenheit
eines Beamten wieder geöffnet werden. Der Brenner (still man)
kann den Fluss des Destillats mit einem Hebel steuern. Hydrometer
zeigen das spezifische Gewicht der Flüssigkeit an und er kann
nach dem zweiten Durchlauf Wasser hinzufügen.
Der
Reifeprozess im Fass muss laut Gesetz mindestens 3 Jahre dauern,
die meisten auf dem Markt befindlichen Whisky reifen jedoch mindestens
5 Jahre. Die Lagerung erfolgt in Holzfässern unterschiedlicher
Grösse. Dabei gilt, dass je grösser das Fass desto länger der Reifeprozess.
Traditionell wird Whisky in 500-Liter Eichenfässern, in denen
zuvor Sherry gelagert wurde, gelagert. Dadurch erhält der Whisky
seine gold-gelbe Farbe und ein gewisses Aroma. Da die vorhandenen
Fässer mittlerweile nicht mehr für den schottischen Markt reichen,
werden aus den Dauben later Sherryfässer neue Fässer gebaut und
es kommen amerikanische Bourbon-Fässer zum Einsatz, da in den
USA Fässer nur einmal verwendet werden dürfen. Verschiedene schottische
Destillerien sind sogar dazu übergegangen Sherry-Fässer herzustellen,
um diese dann später zurück zu erhalten. Muss man in der Not auf
ganz neue Fässer zurückgreifen, werden diese mit dem Sherry-Traubensaft
ausgekocht. Während des Reifeprozesses verdunstet ein Teil des
Alkohols (angel's share). Da dieser Vorgang bei kleineren Fässern
stärker zum Tragen kommt, gleicht das den Nachteil durch die längere
Lagerdauer bei grossen Fässern wieder aus. Je länger ein Whisky
gereift ist, desto besser wird er. Allerdings bemerkt man nach
einer Lagerung von mehr als 15 Jahren im Fass einen Fassgeschmack.
Ist der Reifeprozess abgeschlossen, wird der Whisky, bevor er auf
den Markt kommt, noch mal mit Quellwasser auf den staatlich verordneten
Alkoholgehalt verdünnt.
Nur 5% des in schottischen Destillerien hergestellten Whisky kommt
als Single Malt auf den Markt, der Rest wird verschnitten. Bei
der Mischung von verschiedenen Malt-Whisky spricht man von Vatted
Malts (vat = Trog, Behälter), werden Malt- und Grain-Whisky verschnitten
spricht man von Blended Whisky.
Die Herstellung von Single Malt Whisky
Unweigerlich wird man in Schottland auf eine Anzahl von
Whisky-Destillerien treffen. Am meisten davon gibt es in
Speyside, dem Landesteil, der sich von Aberdeen an der
Ostküste bis fast nach Inverness erstreckt. Dort liegt
auch der Malt Whisky Trail, das ist so eine Art
Weinstraße, nur halt mit lauter Whisky-Destillerien.
Was ist "Single Malt"?
Zunächst einmal bedeutet Single, daß der Whisky keine
Mischung aus verschiedenen Sorten, darunter auch Nicht-Malz-Whisky,
ist; die Mischungen nennt man Blend, und sie sind im
allgemeinen etwas billiger. Malt Whisky deshalb, weil
man Whisky durchaus auch aus anderen Getreidesorten herstellen
kann (ebenfalls meist billiger).
Übrigens ist "Whisky" der schottische Trunk, während
die Schreibweise "Whiskey" auf ein irisches Fabrikat schließen
läßt. Schottischer Whisky wird zweimal destilliert
(die Iren sagen: einmal zu wenig), irischer Whiskey dreimal (die
Schotten sagen: hat wohl nach dem zweiten Mal noch immer nicht
geklappt).
Destillerie-Besuch
Wie gesagt, gibt es einen Haufen Destillerien, und fast jede wirbt
mit einem eigenen Superlativ.
Die Glenfiddich Destillerie füllt als einzige schottische
Destillerie den Whisky selbst ab und ist auch im Gegensatz zu
anderen noch immer in Familienbesitz
Die Herstellung ist überall gleich, nur der
Maßstab kann sich unterscheiden. Auf Tradition und alte
Rezepte schwören sie alle. Am Ende gibts überall
den "Factory Shop", in dem man sich mit Mitbringseln eindecken
kann. Der Eintritt ist fast überall kostenlos.
Die Whisky-Herstellung
Hier ein kurzer Überblick darüber, wie man Whisky macht.
Man sollte sich das aber auf jeden Fall in einer Destillerie
vorführen und erklären lassen, das ist wesentlich
interessanter...
- Malzen
- Einweichen der Gerste in Wasser; etwa
drei Tage Ruhe, dann beginnt das Keimen (Umwandlung von Stärke
in gärfähigen Zucker), und der Prozeß wird durch
Trocknen über dem Torffeuer gestoppt. Der Torf hat einen
Anteil am Geschmack des Endprodukts, und die typischen Schornsteine
der Trocken-Türmchen sind Symbol für die Destillierien
geworden.
- Maischen
- Der getrocknete Malz wird gemahlen
und mit heißem Wasser vermischt; das ganze verwandelt sich
in eine zuckrige Lösung.
- Gärung
- Die Flüssigkeit wird mit Hefe vermischt und
ergibt nach einigen Tagen eine nach Bier riechendes Gebräu,
das rund 5% Alkohol enthält.
- Destillation
- Die Flüssigkeit wird in den
typischen kupfernen Kolben erhitzt. Übrigens schreibt
ein altes Gesetz für diese eine
Mindestgröße vor, um zu verhindern, daß
Schwarzbrenner sie allzuleicht verstecken können.
Der Alkohol verdunstet und
wird aufgefangen; nach der ersten Destillation hat das ganze 20%,
nach der zweiten 70% Alkohol. Vom zweiten "run" wird jedoch nur
die Mitte verwendet; das erste, was aus dem Kolben kommt, ist zu
schwach, die letzten Tropfen sind zu stark.
- Reifung
- Gesetzlich vorgeschrieben ist, daß
der in diesem Stadium noch farblose "Spirit" auf 63% verdünnt
werden muß, bevor man ihn in Fässer abfüllt und
einlagert. Faszinierender Gedanke: Der Whisky, den man heute
herstellt, wird erst in zehn oder mehr Jahren getrunken werden!
Die Welt wird dann eine andere sein. Während der Reifung
gewinnt der Whisky durch das Holz der Fässer an Aroma und
verliert an Schärfe, weil ein Teil des Alkohols verdunstet
(die Brenner nennen das angels' share, "Anteil der Engel").
- Abfüllung
- Der Whisky wird nochmals
verdünnt (40% für Inlandsverkauf, 43% für Export,
aus Zoll- und Steuergründen) und in Flaschen abgefüllt.
(Früher wurde er in "Cask Strength" getrunken, also mit 60%,
wie er aus dem Faß kommt. Die Glenfarclas Distillery verkauft
diesen 60%-Whisky noch heute als "Glenfarclas 105".)
Es werden also nur drei Zutaten verwendet: Gerste, Hefe und Wasser.
Auf das Wasser wird besonders geachtet; es ist angeblich hier
in Schottland extrem gut dafür geeignet und wird meist aus
irgendwelchen Gebirgsbächen geholt. Schön ist, daß
bei der ganzen Produktion fast kein Abfall entsteht, denn alles,
was in der Destillerie nicht mer verwendet werden kann, geht an
die Bauern zurück - als Viehfutter oder Dünger, je nach
Alkoholgehalt...
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