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" Schottland und seine
Tartans "
Scotish piper
Die Geschichte des Tartan
Auszüge aus dem Buch
"Die Identifizierung des Tartans"
von
Blair Urquhart
'Every isle differs from each other in their fancy of making plaids, as to the stripes and Breath and Colours. This Humour is as different thro the main land of the Highlands in-so-far that they who have seen those places, are able, at the first view of a man's plaid, to guess the place of his residence...'.
"Jede Insel unterscheidet sich von der anderen in ihrer Phantasie Tartans zu fertigen, so u. a. in den Streifen und Abständen und Farben. Diese Art ist so unterschiedlich zu den Highlands des Festlands, so dass diejenigen, die diese Plätze gesehen haben, fähig sind, mit dem ersten Blick auf den Tartan eines Mannes seinen Wohnort zu erahnen...".
So beschrieb es Martin Martin 1703, der damit das erste Dokument lieferte, indem Tartan als Mittel der Identifikation beschrieben wurde. Seit dieser Zeit nahm der Geist dieses Gedankens einen immer grösseren Umfang an, so dass wir anfingen, daran zu glauben. Das Muster der verwobenen farbigen Fäden wurde ein bedeutender Teil unserer kulturellen Identität. Die Seiten dieses Führers sind nicht nur als diese Studie beabsichtigt, sondern auch um in die historischen Zusammenhänge einzuführen, offentsichtlich in den Mustern, die zu unserem Verständnis von Strukturen unserer Gesellschaft und unserer Familiengeschichte beitragen.
Die Ursprünge der Clan Tartans
Es wird unterdessen allgemein angenommen, dass die Clan Tartans gegen Ende des 18ten Jahrhunderts eingeführt und benannt wurden. Vor dieser Zeit, während derer die Clans, Gebiete und Tartans oft genau zugeordnet wurden, tauchte die Idee von einer einzelnen Clan Tartan Uniform noch nicht auf. Es wäre falsch, wie auch immer, anzunehmen, dass die Tartan Muster zu dieser Zeit geschaffen wurden. William Wilson, der erste Weberei-Fabrikant seit ungefähr 1770, hatte ein grosses Interesse am Reproduzieren "vollkommen echter Muster" und so trat er in eine ausgedehnte Korrespondenz mit Hochland Vertretern, um Informationen und vorhandene Muster der Kleidung, die in den Clan Gebieten gewoben wurden, zu bekommen.
Die natürliche Entwicklung der Kunst der Tartan Herstellung in den Hochländern wurde schon vor über 50 Jahren abgeschlossen. Die Schlacht von Culloden (1746) war noch immer im Menschengedenken und die Entwaffnungshandlungen, welche folgten, einschliesslich des Verbots der Hochland (Highland) Kleidung, welches bis 1782 nicht aufgehoben wurde. Die Tartan Fertigung überlebte nur durch die Armee (welche weiterhin die Uniformen tragen durften) und ihre Lowland Lieferanten. Die Anstrengungen das Leben und die Kultur der Highlands wiederherzustellen, nach dieser ziemlich langen Periode der Repressionen, wurden unterstützt durch die neu gebildeten Hochland Gesellschaften (Highland Societies) in London (1778) und Edinburgh (1780). Der kriegerische Ruf von Tartan, rücksichtslos unterdrückt zu Hause, stellte einen grossen militärischen Vorteil für die Highland Regimenter im Ausland dar. Bis 1822, dem Jahr des ersten königlichen Besuches in Schottland seit der Rebellion, war alles für eine spektakuläre Tartan Wiederkehr vorbereitet. Wilson hatte über 200 Muster in den Firmen Muster Büchern aufgezeichnet, viele von ihnen provisorisch benannt und die Highland Gesellschaft London hatte die Mehrheit der Clanchefs (Chiefs) dazu gebracht, ihre Clan Tartans zu erklären. Die tüchtigen Hände von Sir Walter Scott waren es, die dazu beitrugen, dass das Königliche Siegel für die Genehmigung der heute äusserst modischen Hochland Kleidung nach König Georg IV. hinzugefügt wurde. Den Chefs der Clans wurde befohlen, beim König in Holyrood Palast in Edinburgh in ihrer Highland Kleidung zugegen zu sein. Diese Königliche Unterstützung wurde später fortgesetzt und erweitert von Königin Victoria aufgrund ihrer Vorliebe für alle schottischen Dinge.
Ein Beweis für die frühere Existenz von Tartan geht zurück ins 3. Jahrhundert n. Chr., als eine kleine Probe eines wollenen karierten Stofftuches als Stöpsel (Pfropfen) in einem Tontopf genutzt wurde, um einen kostbaren Schatz von Silbermünzen, vergraben in der Nähe der Römischen Antonine Wand nahe Falkirk, zu schützen. Die zwei Farben dieser Probe wurden identifiziert als das ungefärbte braun und weiss der einheimischen Soay Schafe.
Verweise auf Tartan kommen in verschiedenen historischen Dokumenten, Gemälden und Illustrationen vor. Ein Regierungsschreiben gewährte Hector MacLean of Duart 1587 die Erlaubnis, seine Steuerpficht für das Inselland Islay in Form von 60 Ellen Stoff mit den Farben weiss, schwarz und grün (den Farben des Jagdtartans des Clans MacLean of Duart) zu zahlen, und ein Augenzeuge berichtete von der Schlacht von Killecrankie 1689, er beschrieb "McDonells Männer in ihren drei Streifen". Es ist berechtigt anzunehmen, dass jede eng zusammengewachsene Gemeinschaft die Stoffe in Mengen tragen würde, die der ortsansässige Weber hergestellte. Das würde die Vielfalt der Muster beschränken, das heisst, als sie in den Krieg zogen, wäre jeder im selben Material gekleidet gewesen.
Viele Verweise unterstützen die Annahme, der Rolle des Clanchefs bei der Entscheidung über die Muster und Farben der karierten Stoffe (Plaids), die in der Schlacht getragen wurden. Diese Tradition wurde bis zum heutigen Tage aufrechterhalten. Neue Tartans, die durch die Schottische Tartan Gesellschaft anerkannt werden, müssen die Genehmigung des Clanoberhaupts haben.
Die Herkunftsgebiete der Clan Tartans
Viele der ältesten Clan Tartans könnten durch die Arbeit der ortsansässigen Weber entstanden sein, deren Muster die Muster wurden, die wir heute kennen als Gebiets- (District) Tartans. Zum Beispiel;
der Huntly District Tartan
der Old Lochaber Tartan
der Glen Orchy District Tartan
der Lennox District Tartan.
Der Name
Der heute verwendete Name Tartan wurde zusammen mit mehreren beschreibenden Fachbegriffen gegeben, welche besondere Bedeutungen in diesem Zusammenhang bekommen haben. Starke Emotionen sind mit dem Wort "Clan" verbunden. Einige würden darauf bestehen, dass nur die anerkannten Hochland Volksstämme (tribes) so beschrieben werden können, während andere es als ein Synonym für Familien betrachten oder tatsächlich jede Gruppe von Leuten, die ein gemeinsames Interesse vertreten, damit bezeichnen. In diesem Buch werden beide Highland and Lowland Familien als Clans beschrieben, in Verbindung mit den vielen historischen Verweisen, welche diesen Term verwenden. Die Tartans der Abzweige von den Hauptclans werden ebenso beschrieben wie die Clan Tartans. Einige Namen werden mit mehr als einem Clan in Verbindung gebracht und es ist daher angebracht, sich in diesen Fällen auf die Familien Tartans zu beziehen.
Jagd Tartans, wie ihr Name schon sagt, wurden in gedeckteren Farben entworfen, oft in Grün- oder Blautönen, um mit der natürlichen Umgebung zu harmonieren. Das Tragen dieser Tartans beschränkt sich nicht auf die Jagd der "Grouse" (dem schottischen Moorhuhn) auf den schottischen Hochmooren, sondern es ist gedacht für den alltäglichen Gebrauch und informelle Anlässe. Einige Clans tragen das "Black Watch" als ihr Jagdmuster: So zum Beispiel die Munros.
Die Kleidungstartans wurden entworfen durch das Abändern einer der Hintergrundfarben des offiziellen Musters mit der Farbe Weiss. Kilts, die aus diesem Material gemacht wurden, wurden im Allgemeinen zum Tanzen getragen, nicht zu verwechseln mit der "offiziellen Kleidung" oder der "Abendbekleidung". Namen, die ein Mac, Mc or M' enthalten, werden immer vollständig buchstabiert Mac gefolgt von einem Grossbuchstaben, ausser der Name bezieht sich auf eine Person, die eine Vorliebe dafür hat, ihren Namen anders auszusprechen. Im Gälischen sind die Vorsilbe Mac und der Name zwei getrennte Worte.
Das früheste bekannte Datum
Dieser Eintrag dokumentiert den ersten Verweis auf Tartan unter seinem heutigen Namen. Die damalige Fadenzählung könnte sich unterscheiden von dem dargestellten Muster, aber es besteht eine ausreichende Ähnlichkeit, um zu unterstellen, dass die Hauptelemente des Musters noch in den neuzeitlichen Versionen offensichtlich werden. Die Benutzung zusätzlicher Indikatoren, wenn noch einige Zweifel bestehen, über die historische Gültigkeit des Verweises.
Die früheste bekannte Quelle
Diese verweist auf die präzise Herkunft des Musters. Ein Besuch im Queen Street Museum in Edinburgh oder in der Mitchell Bibliothek in Glasgow wird den Ermittler/die Ermittlerin mit einem kurzen Blick auf die raffinierte Schönheit dieser frühen Muster belohnen. In einigen Fällen wird der früheste Verweis der auf den Designer sein, doch eher werden frühe Sammlungen oder Veröffentlichungen die Qelle liefern. Diese werden in grösserer Einzelheit in ihrem eigenen Abschnitt dieses Buches diskutiert.
Der Status
Das Tartan eines Highland Clans wird vom Clan Oberhaupt festgelegt. Das (männliche) Clanmitglied
und seine Anhänger (Blutsverwandte und Familienbeschützer des Clans) tragen den Tartan des Clanoberhauptes.
In den meisten Fällen wurde das Muster von Generationen anerkannt und es war für den Clanchef
und die Clananhänger ähnlich, doch gelegentlich kann das Clanoberhaupt zu einem neuen Muster Stellung nehmen oder sich von einem alten Muster abwenden. Ein Beispiel ist in diesem Fall der Clan Campbell Tartan. Der gegenwärtige Clanchef erkennt das altbekannte Campbell of Argyll Tartan nicht an und bevorzugt es anstatt dessen, das schlichte Black Watch Campbell Tartan in den alten Farben zu tragen.
Die Highland Gesellschaft London besitzt eine Sammlung von Tartans, von denen jedes Muster
vom Clanoberhaupt "zertifiziert" ist und sein Siegel und seine Unterschrift trägt.
Lord Lyon unterhält die Lyon Court Books (fürstlichen Hofbücher) und das Öffentliche Register aller Wappen und Schutzschilder, in denen diese Clan und Familien Tartans, die in den Familienwappen, im Allgemeinen als Hintergrund des Clan Abzeichens erscheinen, registriert sind.
Die Schottische Tartan Gesellschaft verleiht einen anerkannten Status an neu entworfene Tartans, einschliesslich der Clan-, Familien-, Gebiets-, Regiments-, Gemeinschafts- und Clan Gesellschaftstartans, im Register aller öffentlich bekannten Tartans. Anerkannte Tartans, die nicht in eine dieser Kategorien fallen, werden in dem gleichen Register "verzeichnet".
Der Typ
Drei Typen von Mustern sind aufgelistet. Symmetrische Muster, die zwei Pivots (Drehpunkte) umfassen; Pivots sind die Punkte, an denen die Reihenfolge der Streifen beginnt; können identisch in vier Richtungen gesehen werden, Norden, Süden, Osten und Westen. Die zwei Pivots werden entlang der Diagonale des Farbquadrates (plain squares), jeder einzelnen Farbe, verbunden. Das ganze Muster ist die Reihefolge der Farben von rechts nach links gelesen, gedreht am Pivot und von links nach rechts wiederholt. Gewöhnlich sind es zwischen 5 und 7 Inch (1 Inch = 2,54 cm) in der Abmessung, die die Falten (pleats) aufnehmen. Ein symmetrischer Tartan kann als ein halbes Muster gelten.
Asymmetrische Muster haben keine wahren Pivots, obwohl der Anschein täuschen kann. Das Muster wiederholt sich von rechts nach links über die ganze Stoffbreite. Die Hersteller verwenden die doppelte Breite looms, wechseln die Richtung des Musters in der Mitte, wo der Stoff gefalten wird, was es den Schneider/-innen erlaubt, die Farben zusammenzufügen, wenn sie andere Kleidungsstücke zuschneiden als Kilts. Die Schnitte der Schneider/-innen könnten enthalten einige Stücke einfache verwechseln mit Beispielen einer symmetrischen Form auf einem asymmetrischen Tartan. Das ganze Muster muss den Anfang bei der Farbe aufnehmen, deren Anfangsbuchstabe dem Beginn des Alphabetes am nächsten ist. Es ist so möglich, die Vorderseite eines Stoffes herzustellen: Die Seite, auf welcher die einzelnen Stiche erscheinen, die diagonale Linien bilden vom linken unteren Ende zum oberen rechten.
Gleiches Karomuster
Diese ist die einfachste Form des Tartan, die nur zwei Farben einbezieht. Das MacGregor Tartan, bekannt als Rob Roy, ist ein schwarz-rotes Karo. Das Moncreiffe Tartan ist rot und grün.
Die Geschichte des schottischen Tartans wird aus vielen Quellen der frühen schottischen Literatur und aus jenen der Reisenden, die das Land vor hunderten von Jahren besucht haben, ersichtlich. In diesen Tagen wurde das Tartan als "bunt gesprenkelt", "gestreift" oder "gemergelt" beschrieben. Das gälische Wort dafür ist "breacan", was soviel wie kariert oder gesprenkelt heisst. Dieses Wort trifft den Nagel auch auf den Kopf. Kein besserer Ausdruck für diese bunten Muster könnte gefunden werden. Die Clanmuster werden auch "setts" genannt. Die Länge eines Tartan besteht aus einem sett, das sooft wiederholt wird, bis die gewünschte Länge erreicht ist.
Für viele Jahrhunderte waren Tartans Teil des Alltags der Menschen des schottischen Hochlands. Natürlich wurden sie auch im Süden Schottlands verwendet. Dennoch kamen sie hauptsächlich in den Regionen nördlich der Achse Glasgow - Edinburgh vor und wurden in der Einsamkeit der Hochlandtäler weiterentwickelt, bis sie zum Symbol der Clanzugehörigkeit wurden.
Die Tartans wurden vor allem im Zusammenhang mit gegürteten Plaids, den sogenannten "philabegs", verwendet, wobei das Plaid eine Art Überwurf war, der bis zu den Knien reichte. Natürlich waren sie auch Bestandteil von Kilts (also eines Plaids ohne Oberteil) und Kilthosen. Zu diesen Kleidungsstücken wurden Schuhe aus ungegerbter Tierhaut oder die sogenannten "cuarans" getragen. Dabei handelte es sich um Stiefel aus Pferde- oder Kuhhaut, die fast bis zu den Knien hinaufreichten und mit Lederriemen fixiert wurden. Daneben war es auch durchaus üblich, barfuss zu gehen.
Für gewöhnlich trugen die Schotten Mützen mit einem Clanabzeichen darauf, bei denen es sich meist um Blumen wie z.B. die wunderschöne, echte, schottische Distel handelte, die ja das Nationalwappen ziert. Der Sporranwurde am Gürtel befestigt und diente dem Hochländer entweder als Börse oder, bei langen Wanderungen, als Behältnis für Hafermehl, denn es war durchaus üblich, dass man des abends an einem kleinen Wasserlauf lagerte und sich sein eigenes, frisches Haferbrot zubereitete, das dann als Nachmahl diente. Die Sporrans bestanden meist aus Leder und waren oft kunstvoll verziert. Dazu trug man meist auch einen sogenannten Sgian Dhu, einen schottischen Dolch.
Die Frauen trugen normalerweise ein Leinenkopftuch, genannt "curraichd", das unter dem Kinn verknotet wurde. Der "tonnag" war ein kleines, rechteckiges Tartanstoffstück, das über die Schulter geworfen wurde, und unter "arasaid" verstand man ein langes, faltenschlagendes Gewand in verschiedenen Farben oder Tartans, das vom Hals bis zu den Knöcheln reichte und an der Brust mit einer grossen Brosche bzw. an der Hüfte mit einem Gürtel befestigt wurde.
Man hat festgestellt, dass die ersten, uralten Tartans, die vor mehreren Jahrhunderten verwendet wurden, nur aus zwei oder drei Farben bestanden, die man aus jenen farbspendenden Pflanzen, Wurzeln, Beeren oder Früchten gewinnen konnte, die in der jeweiligen Region des Trägers vorkamen. Diese Tartans standen daher eng mit einer bestimmten Region des Hochlands in Zusammenhang und wurde dementsprechend nur von Leuten aus dieser Region getragen. Da diese wiederum zumeist Angehörige ein und desselben Clans waren, war ihr Distrikttartan auch gleichzeitig ihr Clantartan. Die Weber achteten peinlich genau darauf, möglichst exakte Tartans herzustellen. Hiefür diente der sogenannte "maide dalbh", ein Stück Holz, auf dem alle farbigen Fäden, die sie für den Distrikttartan benötigten, als Muster befestigt wurden.
Als man Farben auch chemisch erzeugen konnte, waren es den Webern möglich, die Farbpalette zu vergrössern, und es entstanden aufwendigere Muster. Dies führte im Laufe der Zeit dazu, dass verschiedene Zweige einer Familie eigene Tartans entwickelten, indem sie dem alten Clantartan farbige Streifen und andere Variationen hinzufügten.
Das früheste königliche Tartan, das bekannt ist, wird in den Büchern des Schatzmeisters König James III. aus dem Jahr 1471 erwähnt, wo notiert wurde, dass der König für sich und seine Königin ein Tartan gekauft hatte. König James V. trug Tartan, als er 1538 im Hochland jagte, und der Mantel König Charles II. war mit einem Tartanband geschmückt, als er 1662 Hochzeit feierte.
In einer königlichen Urkunde von 1587, deren Nutzniesser Sir Hector MacLean of Duart war, stand im Zusammenhang mit dessen Ländereien von Narrabole auf der Insel Islay vermerkt, dass eine Zahlung in Form von 60 Ellen Stoff in weissen, schwarzen und grünen Farben zu leisten wäre. Diese Farben entsprechen dem MacLean-Tartan, doch es ist möglich, dass sich das damalige MacLean-Tartan von dem heutigen etwas unterscheidet. Nichtsdestotrotz wird dieses Tartan als das erste, verbriefte Clantartan angesehen.
Es wurde nie daran gezweifelt, dass das Tartan ein sehr altes Merkmal der schottischen Kultur ist, dennoch glauben
einige Historiker, dass es erst ab dem Ende des 18. Jhds. üblich wurde, dass alle Clanmitglieder das Clantartan
obligorisch trugen, dies also eine relativ neue Erscheinung darstellte. Sie behaupten auch, dass es davor keine festgelegten Tartans gab, und die Clanmitglieder jene Tartans trugen, die bei den Webern erhältlich waren.
Aus den Aufzeichnungen einer kleinen Stadt im Hochland wissen wir, dass im 16. und 17. Jhd. Kaufleute aus dem Süden ins Hochland kamen, um Tartans zu kaufen, und dass die Bürgermeister dieser Orte Höchstpreise für Tartans festlegten, damit es keinen Wucher gab. Diese Preise variierten je nach Anzahl der Farben bzw. Farbabstufungen im jeweiligen Tartanstoff. Aus dem Jahr 1572 ist ferner bekannt, dass eine Hausfrau einem Weber gefärbte Wolle gab, woraus dieser ein Kleidungsstück anfertigen sollte. Sie klagte ihn später vor dem Magistrat an, indem sie ihn beschuldigte, nicht jenes Tartan hergestellt zu haben, dass sie sich ausbedungen hatte. Sie gewann das Gerichtsverfahren, und der Weber wurde bestraft. Dieses Ereignis beweist, dass es Hochlandfrauen auch schon zu dieser frühen Zeit nicht stillschweigend alles hinnahmen, was man ihnen lieferte.
In anderen Literaturquellen is manchmal davon die Rede, dass Clanmitglieder in der Tracht ihres Oberhaupts gekleidet waren, und es ist naheliegend anzunehmen, dass es sich bei dieser Tracht um das Clantartan handelte. Einer der bekanntesten Vorfälle in diesem Zusammenhang war die Entführung von Lady Grange im Jahr 1742. Mit dem Leben davongekommen, gab sie an, die Entführer hätten Lord Lovat´s Tracht getragen.
Es ist ferner bekannt, dass die Clans militärisch organisiert waren, und dass es Clanregimenter gegeben hat. 1704 wurden alle wehrfähigen Personen auf dem Gebiet des Clan Grant in Strathspey aufgefordert, zu einem Treffen zu erscheinen und Plaids, Kilthosen und kurze Socken im grün-roten Tartan zu tragen. Diese Rekruten trugen also alle dasselbe Tartan, und es gibt Grund zur Annahme, dass auch andere Clanregimenter das Tartan ihres Oberhaupts trugen.
1746, nach der Schlacht von Culloden, erliess das Parlament in London wohl aus Furcht vor neuen Aufständen ein Gesetz, mit dem die Hochländer entwaffnet und das Tragen des Clantartans mit hohen Strafen bedacht wurde. Dieses Gesetz wurde rigoros vollstreckt, was beweist, wie gross die Furcht des englischen Königs vor diesem Zeichen nationaler Solidarität gewesen sein muss. Dennoch wurde es 1785 aufgehoben. Mittlerweile hatten sich die Hochländer daran gewöhnt, sich wie die Bewohner Südschottlands zu kleiden, sodass die Aufhebung des Gesetzes zu keinerlei bemerkenswerten Freudenkundgebungen führte. Die meisten Weber waren inzwischen gestorben, ohne ihren Nachfolgern das Wissen um die Herstellung der alten Tartans weiterzugeben, kurz gesagt, Tartans gehörten der Vergangenheit an.
Dennoch kehrten sie ab dem Jahr 1822 wieder. In diesem Jahr besuchte König George III. Edinburgh und schlug vor, man solle sich doch in den alten Clantartans kleiden, die er ungemein adrett fand. Vom König höchstpersönlich empfohlen, erfuhren die Tartans also eine Wiedergeburt. Leider waren davon nicht nur die alten Clanmuster betroffen. Wer immer es sich leisten konnte, gab nun seinen eigenen Tartan in Auftrag, denn man konnte stets einen Schneider finden, der einen neuen entwerfen konnte. Und schliesslich tauchte die Tartanpublikation "Vestiarium Scoticum" der beiden Brüder Sobieski Stuart auf, die dem ganzen Tartantrubel die Krone aufsetzte, indem man jeden Tartan, der zu dieser Zeit von irgendjemanden irgendwo in Schottland getragen wurde, darin festhielt. Tatsächlich verdanken überraschend viele der heute existenten Tartans ihre Entstehung diesem umstrittenen Buch. Andere, ähnliche Publikationen des 19. Jhds. vergrösserten das Wirrwarr noch mehr, obschon deren Autoren nicht behaupteten, dass alle von ihnen berücksichtigten Tartans auch tatsächlich alten Ursprungs waren. Heute hält sich die Verwirrung in Grenzen, wobei die Pflicht zur Registrierung von Tartans beim Lyon Court viel dazu beitrug, alt und jung auseinanderzuhalten.
Das wesentlichste Einordnungskriterium für Tartans besteht im Zweck, dem sie dienen. Clan tartans sind Muster für den allgemeinen Gebrauch innerhalb eines Clans. Es ist keinesfalls ungewöhnlich, ein relativ neues Clantartan zu finden, das als "ancient", also alt, beschrieben wird. Der Gebrauch des Wortes "ancient" ist nämlich in diesem Zusammenhang irreführend und bedeutet nicht mehr als den Hinweis, dass das Tartan in helleren Farbschattierungen gewebt wurde.
Dress tartans wurden normalerweise von den Frauen des Clans getragen, die für gewöhnlich hellere Farben bevorzugten. Sie hatten einen weissen Hintergrund und stellten Variationen des Clanmusters dar. In letzter Zeit gab es die Tendenz, Clantartans auf leichteren Stoffen als dress tartans anzusprechen, was natürlich Verwirrung hervorrufen kann und vermieden werden sollte.
Mouring tartans wurden für gewöhnlich bei Beerdigungen getragen und bestanden aus den Farben Schwarz und Weiss. Hunting tartans wurden für Sportaktivitäten im Freien benützt, wobei hier die Farben Braun und Dunkelblau vorherrschten. Wenn ein Clan nämlich ein besonders buntes Tartan besass, so war dieses auf der Jagd völlig fehl am Platz, und mit diesen Farben viel der Träger in Feld und Wald weit weniger auf, wenn er sich im Heidkraut verbarg.
Die Tartans der Clanoberhäupter stehen in deren persönlichen Eigentum und sollten niemals von einer Person ausserhalb der unmittelbaren Familie des Oberhaupts getragen werden.
In der heutigen Zeit wird es mehr und mehr Mode, sich, auch wenn man gar kein Brite ist, "spasseshalber" ein Tartan zuzulegen. Solange man dabei die "Copyrights" der Clanoberhäupter anerkennt, ist dagegen auch nicht viel zu sagen. Eines darf man alles unter keinen Umständen: Sich am Tartan der britischen Königsfamilie vergreifen, die das der Stewarts verwendet.
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Schottland

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